Elias: Richtlinien = guidelines

Diskussion über die kanalisierten Texte der Wesenheit Elias über Mary Ennis

Moderator: Gilla

Gilla
Supraselbst
Supraselbst
Beiträge: 13015
Registriert: Di 11. Aug 2009, 20:49

Re: Elias: Richtlinien = guidelines

Beitrag von Gilla » Mo 2. Mär 2020, 14:41

(Text bereits in anderen Threads vorhanden.)

NAOMI: Kannst Du mir sagen, was bei seiner Schwester abläuft? Die Interaktionen mit seiner Schwester laufen schwierig ab, denn sie standen sich sehr nahe, und bisweilen ist sie sehr annehmend und manchmal völlig kontra, und mein Freund/in weiß nie, wie die Schwester reagieren wird. (gekürzt)

ELIAS: Hier gilt es, zwei wesentliche Faktoren zu erkennen, einmal, dass jedes Individuum seine eigenen sehr starken Richtlinien oder sozusagen Wahrheiten hat. Da es seine Richtlinien sind, sind sie dazu da, dem Individuum zu helfen und ihm ein Gefühl von Ordnung und Behagen, und in gewissem Maße sogar Zufriedenheit im Leben zu geben. Die Schwierigkeit bei individuellen Richtlinien ist dies: wenn einem Individuum Abweichungen präsentiert werden, dies seine eigenen Richtlinien bedrohen, kann das Frust, Verwirrung, Abwehrhaltung oder Zorn erschaffen. Ganz egal, wie diese Bedrohung extern erwidert wird, wird eine Oppositionsenergie generiert.

Wenn ein Individuum verwirrt ist, weil seine Richtlinien konfrontiert werden, personalisiert es automatisch die Äußerung des Anderen und fängt an, sofort und automatisch Erwartungen bezüglich von dem zu generieren, was der Andere tun oder lassen, was er äußern oder nicht äußern sollte. Das ist ein Hinweis auf eine automatische Abwehrhaltung, was eine Oppositionsenergie ist, und dies geschieht, weil das Individuum sich in Gefahr wähnt, da seine Richtlinien konfrontiert werden.

Das ist ganz natürlich, und Ihr alle erlebt dies bisweilen. Je stärker die Richtlinien gefährdet sind, umso stärker wird die Opposition sein, und deshalb betone ich auch immer wieder, wie wichtig es ist, Abweichungen/Differenzen zu akzeptieren.

Der andere Faktor in dieser Situation ist Deine Freundin selbst und die von ihr projizierte Energie. Wenn sie eine Energie aufrichtigen Vertrauens bezüglich ihrer Entscheidung projiziert und Behaglichkeit mit dem Selbst und ihrer Wahl generiert, wird dies konfliktfrei reflektiert. Aber wenn sie zweifelt oder Schuldgefühle hegt oder persönliche Verantwortung für Andere äußert und sich um deren Wahrnehmung sorgt, verändert das die Energie und wird als Konflikt reflektiert.

Denn die Geschwister weisen eine echte gegenseitige Verbindung, Zuneigung und starke Kameradschaft auf, weshalb der Wunsch annehmend zu sein und Unterstützung zu geben groß ist, aber in Verbindung mit der Bedrohung individuellen Richtlinien werden auch automatische Erwiderungen generiert.

Je mehr ein Individuum seiner eigenen Energie gewahr ist und seine eigenen Richtlinien annimmt, umso mehr kann es erkennen, dass es abweichenden Äußerungen oder Entscheidungen nicht zustimmen muss sondern diese annehmen und erkennen kann, dass seine eigenen Richtlinien nicht gefährdet sind sondern dass dies lediglich seine eigenen Assoziation sind. Und erinnere Dich daran, dass die meisten Individuen nicht sehr viel über diese Vorgänge nachdenken.

Sie handeln, erwidern und reagieren nur, weshalb sie nicht unbedingt das identifizieren, was tatsächlich in ihrem Inneren geäußert wird. Sehr oft erkennen sie noch nicht einmal objektiv, was sie tatsächlich fühlen, denn sie sind verwirrt und verstehen die eigenen Äußerungen objektiv nicht, was Schwankung erschafft. Die Schwester will unterstützend und annehmend sein, weiß aber nicht, wie sie das zustande bringen kann, weil die automatischen Erwiderungen der eigenen Richtlinien so heftig sind, dass diese den Wunsch, annehmend und unterstützend zu sein, bisweilen aufheben.

NAOMI: Das ist sehr hilfreich und erleuchtend. (lacht)

ELIAS: Erinnere Dich daran, und das kannst Du auch Deiner Freundin sagen: Dies alles kann wesentlich durch die von ihr selbst geäußerte Energie beeinflusst werden. Wenn sie von vornherein bei dem, was sie in ihrem Inneren und über sich selbst äußert, keine opponierende Energie wie persönliche Verantwortlichkeit, Abwehrhaltung, Schuldgefühle oder Besorgnis projiziert, generiert sie ein geringeres Potential, dass diese Art von Energie ihr reflektier wird, und sie kann ihrer Schwester tatsächlich helfen und sie dabei unterstützen, so dass sie ihre Richtlinien nicht gefährdet sieht.

Wann immer Individuen einen solchen Wechsel generieren, wird das von den meisten Leuten als einschneidend erachtet. Und wenn ein Individuum eine einschneidende oder extreme Richtung oder Entscheidung anheuert, wirkt sich das auf andere Individuen dahingehend aus, dass diese anfangen, sich selbst zu hinterfragen. Sie werden verwirrt und zweifeln an ihren eigenen Richtlinien, und dieses Zweifeln und diese Verwirrung werden für sie beunruhigend, und sie fühlen sich bildlich gesprochen so, als oft sie auf einem Ball balancieren würden. Sie haben nicht mehr das Gefühl, fest auf dem Boden zu stehen. Plötzlich ist ihr Boden verschwunden, und sie balancieren auf einem Ball, was ziemlich wackelig sein kann. Und da sie noch nie zuvor erlebten, dass sie auf dem Ball standen, sind sie unsicher, wie oder ob sie überhaupt darauf balancieren können.


Session 2186
Friday, January 26, 2007 (Private/Phone)

Gilla
Supraselbst
Supraselbst
Beiträge: 13015
Registriert: Di 11. Aug 2009, 20:49

Re: Elias: Richtlinien = guidelines

Beitrag von Gilla » Mo 2. Mär 2020, 17:32

Die folgende Übersetzung stammt von der Elias-Website
http://www.eliasweb.org/Session.aspx?sn=2482&L=1

ELIAS: Deine Frage behandelt, wie ihr eure Wahrnehmung ändert. Du hast die Wahrnehmung, dass du eine Gruppe von Individuen - sozusagen eine Kultur - ablehnst.

Du suchst zuallererst den Grund, weshalb du diese Kultur nicht magst, was du getan hast. Du sagst, dass du diese Kultur ablehnst, da sie deine Landsleute töten. Gut.

Du dehnst dieses Bild aus, und wertest aus. Ja, sie töten deine Landsleute, aber ihr tötet auch ihre. Es ist keine Frage dessen, wer das Töten anfing; es ist eine Frage von Unterschieden. Es ist eine Frage der Erkenntnis, dass ihr Ideale, Vorlieben und Meinungen habt, die gültig sind; aber sie haben auch Ideale, Meinungen und Vorlieben, und die sind auch gültig. Diese sind anders als die eurer Wahrnehmung, aber ihre Wahrnehmung ist nicht weniger wirklich und nicht weniger gültig, als eure. Es geht darum zu erkennen, dass ihr eine andere Wahrnehmung, andere Ideale, Meinungen und Vorlieben haben dürft als sie. Es ist nicht notwendig, dass ihr damit übereinstimmt. Es ist auch nicht notwendig, sie zu mögen. Ihr könnt sie weiter nicht mögen und anderer Meinung sein, aber wenn ihr erkennt, dass unabhängig davon, ob ihr derselben Meinung seid oder nicht, euch das nicht absolut ins Recht setzt, könnt ihr eure Wahrnehmung ändern, um euch mehr Annahme zu erlauben. Ihr habt Recht für euch und in Bezug auf eure Richtlinien, aber sie auch. Sie haben Recht mit ihren Richtlinien.

Wichtig zu verstehen ist die Annahme der Unterschiede. Ihr seid alle in gewissem Grade unterschiedlich, und in einigen Situationen und in Bezug auf Kulturen gibt es manchmal bedeutende Unterschiede. Es entspricht eurer Natur, Unterschiede abzulehnen, da sie, wenn ihr mit ihnen konfrontiert werdet, eine Bedrohung darstellen.

Worin liegt die Bedrohung durch Unterschied? Wenn ihr euch Unterschiede präsentiert, wird eure Identität bedroht, denn Recht zu haben ist in jeder Hinsicht mit eurer eigenen Identität verknüpft. Es ist ein Teil eurer Identität. Wenn ihr Unterschiede feststellt, bedroht das deswegen eure Identität, da es für die meisten Individuen sehr wichtig ist Recht zu haben. Und im Rahmen eurer eigenen Richtlinien habt ihr ja auch Recht.

Deswegen habt ihr eure Richtlinien. Sie sind für euch richtig. Sie lenken euer Verhalten; sie bestimmen, wie ihr euch ausdrückt. Wie ihr euch ausdrückt muss für ein anderes Individuum nicht richtig sein. So kommt es, dass ein Unterschied eine Bedrohung erschafft und das andere Individuum, auf dieselbe Weise wie ihr, mit Gegnerschaft reagiert. Es geht darum, sich dessen bewusst zu werden, dass eure Wahrnehmung nicht absolut gültig ist. Es gibt keine absolut richtige Realität. Es gibt eure Realität, die sehr mit euren Richtlinien verbunden ist, was für euch aber nicht für ein anderes Individuum richtig sein kann. Es ist nicht absolut.

Wie ich einmal in diesem Forum gesagt habe, könnt ihr mit anderen Individuen zu tun haben und euch entscheiden, das in einer antagonistischen Weise zu tun. Dabei erkennt ihr, dass ihr die Wahrnehmung oder die Meinung des anderen Individuums nicht unbedingt ändert, aber es ist eure Wahl, euch in dieser Weise auszudrücken.

Für ein anderes Individuum, das andere Richtlinien als ihr hat, kann das als Bedrohung wahrgenommen werden, da es anders ist, und sie werden dagegen sein und eine ablehnende Energie projizieren.

Es ist nicht notwendig, die Richtlinien oder Wahrnehmung eines anderen Individuums zu verstehen. Wichtig ist zu erkennen, dass es Unterschiede gibt, dass ihr alle verschieden seid, dass genau so wie ihr viele Individuen versammeln könnt, die eure Richtlinien, eure Meinungen, eure Vorlieben unterstützen, ein Individuum einer anderen Kultur viele Individuen versammeln kann, die seine Meinung und seine Vorlieben und seine Richtlinien unterstützen. Bildet das die Grundlage für die Richtigkeit für jeden der beiden Standpunkte wie viel Unterstützung gesammelt werden kann? Nein. Es ist nur eine Bestärkung, dass es andere Individuen gibt, die eine ähnliche Wahrnehmung wie ihr haben, aber das heißt nicht, dass es Recht oder Unrecht ist. Es ist richtig für euch, und das beeinflusst euch in eurem Ausdruck.

Wahrnehmung zu verändern bedeutet nicht unbedingt, eure Meinungen oder eure Vorlieben zu ändern. Es ist nicht unbedingt mit der Veränderung verbunden, dass ihr jetzt einem anderen Individuum zustimmt oder diese Kultur jetzt mögt. Vielleicht werdet ihr das nicht. Vielleicht werdet ihr das euer ganzes Leben nicht. Aber ihr könnt annehmen, dass ihre Wahrnehmung, ihre Optionen, ihre Vorlieben ebenso gültig sind wie eure eigenen.

Wenn ihr anerkennen könnt, dass die Wahrnehmung eines anderen Individuums ebenso gültig ist wie eure eigene, und keine Bedrohung durch Unterschied erlebt, gibt es keine Notwendigkeit für Krieg. Es gibt dann keine Notwendigkeit für einen Konflikt, da es nicht notwendig ist, das andere Individuum zu überzeugen, dass ihr Recht habt und sie Unrecht haben. Es ist nicht notwendig für euch, euch zu verteidigen, da ihr auf eure eigene Wahrnehmung vertrauen könnt, dass sie richtig für euch ist. Deswegen ist es nicht notwendig, sie zu verteidigen; nicht notwendig, damit zu prahlen; nicht notwendig, sie jemandem aufzuzwingen. Ihr könnt dem anderen Individuum erlauben, seine Wahrnehmung zum Ausdruck zu bringen ohne einen Versuch, sie zu ändern, und sie können ihre Realität in der Weise erschaffen, die sie wählen. Wenn keiner den anderen bedroht, könnt ihr mit euren Unterschieden koexistieren, da es keine Bedrohung mehr gibt, dass einer im Recht und der andere im Unrecht ist und deswegen der, der es falsch macht, geändert werden muss.

In deinem Szenarium sagst du: "Ich mag diese Kultur nicht, da sie meine Landsleute töten.“ Sie mögen eure Kultur nicht, da ihr ihre Landsleute tötet. Es ist dasselbe und das Wesentliche daran ist, dass keine Kultur die Gültigkeit der anderen in ihrer Wahrnehmung, was für sie richtig und ihr heilig ist, akzeptiert.

Sitzung 2482
Samstag 5. April 2008 (Gruppe/Castaic, Kalifornien)

Gilla
Supraselbst
Supraselbst
Beiträge: 13015
Registriert: Di 11. Aug 2009, 20:49

Re: Elias: Richtlinien = guidelines

Beitrag von Gilla » Mo 2. Mär 2020, 19:12

Die folgende Übersetzung stammt von der Elias-Website
http://www.eliasweb.org/Session.aspx?sn=2730&L=1
DANIIL: Ich nehme diesen Hund, der auf meinem Schoß schläft, als Hinweis dafür, dass ich vertrauenswürdig bin. (Elias lacht) Manchmal in letzter Zeit ist meine Wahrnehmung, als wäre ich auf dem Meer und verlöre das vertraute Ufer aus den Augen. Ich weiß, das ist mein Leben, ich weiß, es wird gut gehen, ich weiß, dass ich gern da bin, wo ich bin, aber trotzdem weiß ich nicht, wo ich bin. Es ist so, als wäre ich auf dem Meer und habe nichts, was ich ergreifen könnte.

Natasha: Weißt du, wo du sein willst?

DANIIL: Ich habe keine Ahnung!

ELIAS: Und ich möchte dir, mein Freund, sagen, dass dein Boot sehr voll ist! (Daniil lacht) Denn ich würde sagen, dass die meisten Menschen etwas ganz Ähnliches erfahren. Ich würde sagen, wenn du das allergrößte Boot in deiner Realität hättest, wäre es immer noch sehr voll! (Lacht) Das ist ein Teil dieser Phase des Bewusstseinswandels.

Nun, diese Phase des Wandels, die in dieser Welle sehr vorangetrieben wird, bringt euch zu einem neuen Erkennen und einer Neudefinition von Identität. Bis jetzt habt ihr eure gesamte Geschichte hindurch eure Identität von euren Erfahrungen geprägt gesehen. Ihr habt eure Identität als etwas gesehen, das eure Erfahrungen und alle Einflüsse als Teil eurer Identität umfasst. Aber eure individuelle Identität ist unabhängig von all diesen Faktoren. Das ist sehr ungewohnt. Ihr entfernt nun die Einflüsse von außen und die Erfahrungen und zeigt euch, wer ihr seid, wer ihr wirklich seid.

Das "Du" in deiner Identität ist stabil und bleibt dasselbe unabhängig von irgendwelchen Einflüssen oder Erfahrungen, die ihr habt. Das ist der Kern, und ihr bewegt euch in dessen Entdeckung. Ihr werdet in dieser Erforschung beginnen zu erkennen, dass eure Richtlinien ein Teil eurer Identität sind. Aber ihr werdet anfangen, das ganz anders als bisher zu sehen.

Natasha: Meinst du, dass die eigenen Richtlinien sich ändern werden, dass man seine Richtlinien für sich bestimmt?

ELIAS: Eure Richtlinien verändern sich nicht, aber ihr werdet sie anders sehen und verstehen, wenn ihr erkennt, dass sie ein Element der individuellen Identität sind und dessen, wer ihr seid. Ihr entfernt alles von dieser Identität, was ihr gelernt habt, was ihr gelehrt wurdet, alles, was ihr erlebt habt, alle äußeren Einflüsse und Meinungen und Assoziationen, und kommt dazu, wirklich zu erkennen ...

Natasha: Gibt es da noch etwas? Ich fürchte, ich werde dort nichts finden!

ELIAS: Ah, aber du wirst! Und ich möchte sagen, dass ihr, abgesehen von den anfänglichen Erfahrungen, Großartiges entdecken werdet. Zunächst kann es etwas beunruhigend, irritierend, überwältigend, vielleicht sogar etwas beängstigend sein, denn es ist sehr ungewohnt. Wie du in deiner Analogie sehr gut ausgedrückt hast, gibt es nichts Vertrautest, das ihr begreifen könnt. Aber aus dem Unbekannten wird der wirkliche Kern von euch geboren.

Sitzung 2730
Sonntag, 1. März 2009 (Privat)

Gilla
Supraselbst
Supraselbst
Beiträge: 13015
Registriert: Di 11. Aug 2009, 20:49

Re: Elias: Richtlinien = guidelines

Beitrag von Gilla » Di 3. Mär 2020, 06:47

(Text bereits in anderen Threads vorhanden.)

JULIE: Die Frage lautet: “Ich möchte die Soft-Orientierung und die derzeitige Bewusstseinswoge erforschen und Elias fragen, wie wir damit umgehen können, vielleicht auch, wie wir unsere Identität erforschen und unsere Essenz-Kern-Identität entdecken können, und wie Soft-Individuen ihren Umzug ins Unbekannte erleben und wie sie alte Assoziationen loslassen.‘“ (gekürzt)

ELIAS: Okay, das ist mehr als eine Frage. Wie interagieren Soft-Individuen hinsichtlich der Identität mit dieser Bewusstseinswoge der Emotionen? Sie werden das Erforschen der Identität auf merkwürdige Weise und ein bisschen anders als andere Orientierungen erleben. Sie erleben dies so, wie das für den Verarbeitungsprozess von Intermediates üblicher ist. Denn Intermediates verarbeiten ganz natürlich in ihrem Inneren, und während dieses Verarbeitungsprozesses mögen sie sich fragen, was sie tun, doch Antworten offerieren sie sich erst nach Abschluss dieses inneren Prozesses, und sie können nicht unbedingt erklären, wie sie auf die Antwort gekommen sind.

Was die Identität und was diese Bewusstseinswoge anbelangt, generieren Soft-Individuen einen sehr ähnlichen Prozess. Nicht unbedingt auf allen Gebieten, aber hinsichtlich der Identität, denn derzeit verarbeiten die meisten von ihnen Informationen subjektiv und bemerken nicht unbedingt, wie sich dies in objektive Vorgänge oder sogar in Aktivitäten hinein übersetzt, und nachdem das Soft-Individuum die Informationen subjektiv verarbeitet hat, präsentiert es sich ein Ereignis.

Das Geschehen muss nicht unbedingt ein tatsächliches Ereignis sein, sondern kann Klarheit, Verstehen oder eine sogenannte Offenbarung sein. Und das wird für sie fast zur Explosion verstandener Informationen. Im Allgemeinen sind sich Soft-Individuen ihres Subjektiven Tuns vermehrt gewahr. Hinsichtlich der Identität ist jedoch ein Dissoziieren gelehrter oder erlernter externer Informationen und früherer Erlebnisse involviert.

Nicht dass Ihr irgendwelche Informationen eliminieren oder vergessen würdet, aber Ihr dissoziiert Euch davon, um Eure natürliche, individuelle Äußerung, Energiefluss und Neigungen - abgesehen von früheren Erlebnissen, aufgehäuften, gelehrten oder gelernten Informationen - zu entdecken. Um sich von den ihm gelehrten, erlernten und erlebten externen Informationen zu dissoziieren, spaltet sich das Soft-Individuum sozusagen auf oder zieht sich ins Subjektive zurück, um zu ermöglichen, dass das Subjektive diese Bewegung oder Arbeit vornimmt und diese Erlebnisse von seiner Kern-Identität trennt, und hinterher wird dies alles etwas explosionsartig ins objektive Gewahrsein hinein übersetzt. Und bei diesen Explosionen ist das Gelehrte, Erlernte und Erlebte bereits abgebaut, was die Klarheit und das Verständnis ermöglicht.

Was das nun von anderen Orientierungen unterscheidet ist, dass Common- und Intermediate-Individuen ihre Erlebnisse objektiv sichten und verarbeiten und das Erlernte wiederaufrufen und objektiv evaluieren, ob es für sie echt gültig ist oder nicht. Soft-Individuen neigen weniger dazu, objektive zu evaluieren, ob es gültig ist oder nicht. Sie neigen weniger zum objektiven Wiederaufrufen und Evaluieren vergangener Erlebnisse, da sie diese subjektiv verarbeiten und anschließend diese Klarheits- und Verständnis-Explosionen erschaffen.

Für ein Soft-Individuum ist es nicht weniger herausfordernd als für andere Orientierungen, seine echte Identität aufzudecken. Es ist lediglich anders. Was die mit Eurer echten Identität assoziierten Kern-Richtlinien anbelangt, ist dies in gewisser Beziehung für Soft-Individuen leichter, kann aber auch in anderer Hinsicht für sie schwieriger sein. Dir mag es leichter fallen zu akzeptieren, zu Deinem natürlichen Fließen umzuziehen und Deine Richtlinien im Hinblick auf Deine Identität zu äußern, was jedoch Deine Richtlinien in Bezug auf andere Individuen anbelangt, mag es für Dich schwieriger sein, während es für ein Common-Individuum leichter sein mag, sich hinsichtlich seiner Identität und seiner Richtlinien bezüglich anderer Individuen zu äußern.

JULIE: Die Soft-Individuen haben also andere Richtlinien?

ELIAS: Sie müssen nicht unbedingt anders sein, aber diese Richtlinien zu äußern oder diesbezüglich mit anderen Individuen zu interagieren, das mag für sie schwieriger sein als für die anderen Orientierungen. Das passt zu unserer Analogie des Soft-Individuums und dem Ballspiel. Generell wollen Soft-Individuen ihren eigenen Ball spielen, weshalb es für sie leichter ist, den eigenen Richtlinien zu folgen oder diese zu äußern, aber was die Identität anbelangt und das Äußern Eurer echten Richtlinien bezüglich anderer Individuen, mag dies für sie herausfordernder sein.

JULIE: Hast Du einen Vorschlag für uns, wie wir das für uns leichter machen können, wie dies leichter im Fluss sein kann?

ELIAS: Ich schlage vor, in der Interaktion mit Anderen echt zuzuhören und Eure Kreativität anheuern, die eigenen Richtlinien zu sehen, sie zu erkennen und in ihnen präsent zu sein/gewahr zu sein (being present with them) und echt auf das achtzugeben, was sich in der Interaktion abspielt. Das mag etwas simpel klingen, aber wenn Ihr tatsächlich echt in Euch selbst präsent seid, werdet Ihr bemerken, dass Ihr vielleicht dem lauscht, was das andere Individuum sagt, jedoch sehr dazu neigt, auf Eure eigene Richtung oder Meinung hinsichtlich seiner Äußerungen achtzugeben, denn Ihr neigt eher dazu, auf Eure eigenen Richtlinien zu achten und seid deshalb ganz natürlich mehr in Euch selbst präsent, seid Euch Eurerselbst also mehr gewahr.

Du magst denken, dass Du aufrichtig zuhörst und dass Deine Aufmerksamkeit fokussiert ist, doch generell ist sie geteilt, weil Du sie auch auf Deine eigenen Richtlinien richtest. Das ist nicht schlecht, aber das kann in dieser Bewusstseinswoge und bezüglich der Kommunikation vorübergehend verwirrend sein und zu Missverständnissen, Vermutungen oder sogar Einbildungen führen.

JULIE: Es wäre also nützlich, sowohl mehr auf das andere Individuum und das, was es momentan äußert als auch auf unsere eigenen Richtlinien achtzugeben, da das die Kommunikation fördern und mehr Behagen erzeugen wird.

ELIAS: Ja.

JULIE: Nun, ich denke dass ich das assimilieren muss.

ELIAS: Ich rate nicht, Deine Aufmerksamkeit von Dir selbst abzuziehen, denn dazu ermutige ich niemand, aber zu erkennen und vielleicht auch, wenn Du mit einem Anderen interagierst, vorübergehend etwas Aufspaltung zu erschaffen, bis Du mit diesem Vorgang vertraut bist, und auf das achtzugeben, was der Andere tut und wie er sich äußert, und Deine automatische Aufmerksamkeit für Dich selbst abzuspalten und sie nicht mit dem anderen Individuum zu assoziieren.

JULIE: Mich selbst und meine Richtlinien nicht mit dem anderen Individuum assoziieren, das ist es, wovon Du sprichst?

ELIAS: Ja.

JULIE: Das unterscheidet sich also von der Übung, wenn ich versuche herauszufinden, was meine eigene Äußerung ist und ich deshalb das andere Individuum vorübergehend eliminiere. Das bin also ich, das was ich projiziere?

ELIAS: Ja.

JULIE: Aber das ist fast so, wie wenn ich vorübergehend alle meine Projektionen eliminieren und nur dem Anderen zuhören würde.

ELIAS: Nicht unbedingt. Du generierst lediglich eine Abspaltung/Trennung in der Erkenntnis, dass Deine Äußerung separat ist von der des Anderen. Und in diesem Augenblick sind Deine Assoziationen noch nicht relevant.

JULIE: Wie können Soft-Individuen leichter erkennen, wenn sie es bewerkstelligen oder zustande gebracht haben, da wir das energetisch tun? Wie können wir erkennen, dass wir unsere Energie tatsächlich so nutzen und etwas zustande bringen, statt uns dessen nicht gewahr zu sein?

ELIAS: Ihr könnt erkennen, dass Ihr es zustande bringt, wenn Ihr auf das achtgebt, was Ihr tut oder nicht tut und die Auswirkungen betrachtet. Das ist sehr ähnlich wie Eindrücke. Wenn Ihr auf Eindrücke achtgebt, werdet Ihr feststellen, dass sie sehr beständig sind. Ihr präsentiert Euch einen Eindruck, ignoriert ihn oder erwidert ihn nicht und schiebt ihn weg, und dann werdet Ihr Euch eine Bestätigung dieses Eindrucks offerieren, und das, worum auch immer es bei Eurem Eindruck ging, wird geäußert werden, was Euch bestätigt, dass es ein gültiger Eindruck und gültiges Wissen war.

Wenn Ihr auf Euren Eindruck hört und Euch mit ihm bewegt, wird sich im Allgemeinen das, was auch immer der Eindruck war, nicht zwangsläufig manifestieren, denn Ihr habt mit der Wahl, Euch mit dem Eindruck zu bewegen, Wahlmöglichkeiten angeheuert. Energie ist sehr einfach. Indem Ihr auf das achtgebt, was Ihr tut oder nicht tut, wozu Ihr motiviert seid oder nicht motiviert seid und was sich diesbezüglich ereignet, könnt Ihr erkennen, was Eure Energie tut und zustande bringt oder in welcher Richtung sie geäußert wird.

Lass mich Dir ein einfaches Beispiel offerieren. Du begegnest einem Freund, der sich auf sehr verstörende Weise äußert, und Du möchtest ihm automatisch helfen. Der Freund ist sehr bekümmert und weint vielleicht sogar, und Du fühlst Dich veranlasst, ihm tröstende Worte zu offerieren, was ihn nur noch mehr aufgewühlt, und er nimmt Deinen Trost nicht an. Deine Absicht war es, ihm zu helfen, und die von Dir geäußerte Energie hat dies nicht zustande gebracht.

Du hast nicht wirklich innegehalten und nicht auf Deine Wahlmöglichkeiten achtgegeben und Dich nicht gefragt, was Deine natürliche Äußerung ist und bist nicht mit diesen mitgegangen. Nehmen wir an, dass Du Dich im gleichen Szenario veranlasst fühlst, tröstende Worte zu sagen, dies jedoch nicht tust. Du hältst momentan inne und hörst dem anderen Individuum aufrichtig zu und gibst auf Deine Auswahlmöglichkeiten Acht, und vielleicht gehst Du auf das andere Individuum zu und umarmst es wortlos.

Wenn Du auf das achtgibst, was Du tust, wie Du Dich dirigierst und was Deine Wahlmöglichkeiten sind, kannst Du in beiden Szenarien das erkennen, was Du energetisch zustande bringst, was auch auf alle anderen Situationen anwendbar ist, auch auf Situationen, in denen nicht unbedingt andere Individuen oder solche involviert sind, die sich nicht in Deiner physischen Nähe befinden, mit denen Du vielleicht noch nicht einmal physisch kommunizierst.

Es gibt hier viele unterschiedliche Szenarien. Bei der Energie und dem Erkennen von dem, was Du energetisch zustande bringst oder nicht, geht es im Grunde genommen darum, darauf achtzugeben, welche Wahlmöglichkeiten Du bezüglich Deiner Absicht anheuerst und ob Du tatsächlich alle Dir zu Verfügung stehenden Wahlmöglichkeiten erkennst. Wenn Du Energie auf spezifische Weise lenkst, um irgendeine spezielle Manifestation zu bewerkstelligen, geht es darum, aufrichtig das zu sehen, was Du tust und welche Wahlmöglichkeiten Du anheuerst und offen zu sein und alle damit assoziierten Möglichkeiten zu bemerken.

Das ist wie bei dem einfachen Szenario eines Individuums, das im Job entlassen wurde. Es mag automatisch annehmen, dass sich seine Energie auf destruktive Weis bewegt oder in eine unerwünschte Richtung geht, obwohl das tatsächlich gar nicht der Fall ist sondern vielleicht genau in die Richtung geht, die es zustande bringen will. Und die Entlassung aus einem bestimmten Job kann vielleicht die Tür für eine andere Richtung und für die Fähigkeit öffnen, das, was Ihr haben wollt, auf andere Weise zustande zu bringen.

Es geht darum, offen zu sein und die Möglichkeiten und Potentiale zu sehen, die entsprechend Eurem Tun geäußert werden können und zu wissen, dass sie nicht immer das sind, was Ihr erwartet. Oft seht Ihr Situationen in schwarz-weiß. Ihr seht ein Szenario, assoziiert und evaluieren automatisch, ob dies gut oder schlecht ist, aber oft ist das, was anscheinend gut ist, nicht gut, und das, was anscheinend schlecht ist, ist auch nicht schlecht. Es geht darum, Eure Absicht zu erkennen und das zu erkennen, was tatsächlich abläuft und mit dieser Absicht verbunden sein mag.


Preliminary Session 2786
Thursday, May 14, 2009 (Private / Phone)

Gilla
Supraselbst
Supraselbst
Beiträge: 13015
Registriert: Di 11. Aug 2009, 20:49

Re: Elias: Richtlinien = guidelines

Beitrag von Gilla » Di 3. Mär 2020, 07:09

(Text bereits in anderen Threads vorhanden.)

ROSE: … Warum bin ich so sehr ins Ungleichgewicht geraten. Als ich wirklich meine Grenzen ausdehnen und weitergehen wollte, begegnete ich diesem Mann. Ich wollte wirklich etwa sowie einen Durchbruch erleben und begegnete dieser Person, und es gab diese herrliche Liebesbeziehung. Aber darum geht es nicht. Warum warf mich das so sehr aus dem Gleichgewicht. Das passiert den Leuten so oft, und nicht jeden wirft das so aus dem Gleichgewicht wie das bei mir der Fall war.

ELIAS: Du hast Recht damit, dass das nicht bei allen so extrem wie bei Dir verläuft. Doch nicht in jeder Situation aber größtenteils generieren solche Vorgänge bei den meisten Leuten in unterschiedlichem Ausmaß Ungleichgewicht, und das kann etwas zerstörerisch sein, weil es Euch aus dem Gleichgewicht bringt und zu Extremen führt, und was hierbei konfliktreich und noch zerstörerischer sein kann, das ist, wenn es sehr mit den zu diesem Zeitpunkt vom Individuum stark geäußerten Glaubenssätzen assoziiert ist.

Wenn das mit einer bereits etablierten Beziehung im Widerspruch steht, mag ein Individuum - wie Du das vorübergehend getan hast - seinen Gefühlen folgen und erlauben, das diese es sozusagen führen, und dann passiert es oft, dass Eure individuellen Richtlinien kompromittiert werden, was bestimmte Glaubenssätze an die Oberfläche bringt, die zuvor nicht unbedingt herausgefordert worden waren. Doch sie werden angefochten, was zu diesem inneren Kampf führt. Ihr geht weiterhin in die Richtung Eurer Gefühle, seid Euch aber nicht unbedingt objektiv gewahr oder verfügt nicht über genug Informationen, um Eure individuellen Richtlinien und das, was Ihr bereits etabliert habt, bezüglich der von Euch geäußerten eigenen Glaubenssätze zu prüfen.

Deshalb erkennt Ihr nicht unbedingt objektiv, dass Ihr beginnt, die von Euch geäußerten Glaubenssätze herauszufordern, was viele verschieden Äußerungen, Assoziationen und Einflüsse auslöst, und ein Domino-Effekt beginnt, wo man anfängt, damit und damit und damit zu kollidieren, was dieses Ungleichgewicht und die Verwicklung und somit beachtlichen Konflikt und Schwierigkeiten erschafft.

Was nun im Allgemeinen geschieht und auch bei Dir geschah, wenn diese Glaubenssätze an die Oberfläche bekommen und unterschiedliche Assoziationen offensichtlicher werden, dann fängt das Individuen an, sich selbst zu kritisieren, was zu noch mehr Schuldgefühlen und mehr Konflikten führt, und das Individuum fängt an, sich noch mehr in noch mehr Richtungen hin zu kritisieren.

Ganz egal, ob Ihr über Informationen verfügt, die Euch erkennen lassen, dass alles, was Ihr tut und alles, womit Ihr interagiert, miteinander vernetzt ist, ob Ihr das nun subjektiv erkennt oder auch nicht, fängt der Vorgang des Vernetztseins von allem, an zusammenzuspielen und in offensichtlicher Weise an die Oberfläche zu kommen, wenn Ihr beginnt, bestimmte Assoziationen und Glaubenssätze auszulösen, und oft ist das, wie sie sich als vernetzt erweisen derart, dass Ihr Euch selbst deswegen kritisiert oder herabsetzt oder Schuldgefühle empfindet.

Dies geht nicht nur in eine Richtung, sondern Ihr fang an, Euch schuldig zu fühlen und Euch in vielerlei Richtungen zu kritisieren und herabzusetzen, denn dies alles ist miteinander vernetzt. Und abhängig vom Individuum und davon, wie stark es das auslöst, was auch immer es bereits als seine eigenen Fundamente etabliert hat, kann das Ausmaß dessen, wie extrem es den eigenen Trigger erwidert, sehr unterschiedlich sein.

Du hast einige Glaubenssätze und Assoziationen in Dir ausgelöst, die für Dich überwältigend wurden, denn es waren Aspekte involviert, die für Dich sehr wichtig waren. Nehmen wir einmal ein hypothetisches Beispiel. Ein anderes Individuum könnte dieselbe oder eine ähnliche Richtung wie Du und einen ähnlichen Vorgang anheuern und seinen Gefühlen folgen und nicht unbedingt erkennen, was diese auslösen, aber dieses hypothetische Individuum mag diesen Vorgang anheuern und das, was es bereits etabliert und als Fundament erschaffen hat, mag für es nicht länger eine enorme Bedeutung haben.

Nehmen wir an, dass jenes Individuum eine Familie hat und wählt, einen ähnlichen Vorgang anzuheuern wie Du es getan hast. Dieses hypothetische Individuum hat bei seinem Erlebnis mit seiner Familie ein Fundament und eine Struktur etabliert und inkorporiert bestimmte Rollen als Elternteil und als Ehefrau, und vielleicht ist es in eine andere Richtung gegangen, wo diese Rollen nicht länger so wichtig sind, was somit die Grundlage verändert, da diese sowie die Struktur nicht länger wichtig für es sind. Jenes Individuum inkorporiert deshalb nicht unbedingt diese extremen Trigger wie Du sie hattest, denn seine Rollen bezüglich der Familienmitglieder mögen nicht länger so wichtig für es sein, weshalb es für dieses Individuum in dieser Situation egal ist, dass diese bestimmte Situation bröckelt.

Das war nicht Deine Situation. Für Dich gab es bestimmte Faktoren, die für Dich wichtig blieben. Die Beziehung mit Deiner Tochter, Deine Rolle als Mutter und die Beziehung mit Deinem Partner blieben für Dich wichtig. Sie mag vorübergehend zur Seite geschoben worden sein, aber sie war nicht weniger wichtig, und da diese Faktoren wichtig blieben, blieb auch deren Grundlage intakt und wichtig.

Was geschah war, dass Du dies gestört hast (disrupted), was diesen negativen Domino-Effekt von Selbstkritik, Schuldgefühlen und des Herabsetzens Deinerselbst in Bezug auf diese bereits etablierten Fundamente erschuf, die für Dich wichtig blieben und es auch weiterhin sind. Das hat sich nicht verändert.

Das fordert also Deine eigenen Richtlinien heraus. Wenn Du mehr Informationen über Dich selbst gehabt, Dir Deinerselbst mehr gewahr gewesen, die Bedeutung und Wichtigkeit der von Dir errichteten Fundamente und etablierten Rollen mehr erkannt und diese Bedeutsamkeit bestätigt hättest sowie in eine Richtung gegangen wärst, wo Du diese Rollen, Interaktionen und Fundamente nicht kritisiert sondern Dir erlaubt hättest, eine neue Richtung miteinzubeziehen, hätte dies wohl nicht das erschaffen, was Du erschaffen hast, aber das ist ein unergiebiger Punkt, denn das ist nicht das, was sich ereignet hat.

Diese Informationen hattest Du nicht. Auch jetzt, wo Du Dir viel mehr Informationen offerierst als Du sie damals hattest und Du Dich selbst, Deine Glaubenssätze und Schritte vermehrt und klarer verstehst, würde ich sagen, dass diese Fundamente in einer solchen Situation, in der Du hypothetisch eine ähnliche Situation und ein anderes Individuum erschaffst, immer noch herausgefordert würden, allerdings nicht in dem Ausmaße wie damals. Aber in Anbetracht der Stärke Deiner Fundamente und dessen, wie wichtig diese Beziehungen für Dich sind und wie sehr Du die Dir Nahestehenden wertschätzt, ganz gleich ob Du wählst, die Rolle, die Du jetzt ihnen gegenüber einnimmst weiter einzunehmen oder nicht - das wäre auch ein unergiebiger Punkt – ja selbst wenn Du wählst, Deine gegenwärtige Rolle ihnen gegenüber nicht fortzusetzen, würdest Du immer noch irgendwelche Trigger generieren und die ursprünglich Selbstkritik automatisch äußern oder Dich dafür herabsetzen, dass Du Dich im Widerspruch zu Deinen eigenen Grundlagen bewegst.

Nicht dass es wieder so extrem wie in der Vergangenheit wäre, und es wäre auch keine Situation, die Du nicht durchlaufen und ändern könntest - denn in diesem Jetztaugenblick gibt es eine starke Wahrscheinlichkeit, dass Du das kannst - aber es ist auch sehr wahrscheinlich, dass Du den Vorgang so sehen würdest, dass irgendein Opfer-Aspekt generiert werden muss, so dass Du das Ganze als nicht vollständig frei ohne jedes Opfer Deinerseits sehen würdest. Du würdest weiterhin in gewissem Maße wahrnehmen, dass Du irgendeinen Aspekt von dem, was Dir wichtig, ist für einen anderen Aspekt aufopfern musst.

Deshalb war es für Dich so heftig und unausgewogen und generierte solche Extreme, so dass Du vielleicht denkst, dass ein anderes Individuum das nicht generiert hätte. Aber meine Freundin, ich warne Dich auch, denn das ist ein Beispiel dafür, wie zerstörerisch Vergleichen ist, denn es gibt kein Vergleichen. Kein anderes Individuum hat die Situation auf die Weise erlebt, wie Du sie erlebt hast, und insofern kannst Du Situationen nicht miteinander vergleichen.

ROSE: Stimmt. Wenn ich Dir zuhöre, bin ich ein bisschen überrascht und frage mich, ob ich eine ultra-konservative Person mit vielen blinden Flecken bin, die ich nicht bemerke?

ELIAS: Nein, nein, nein! Vielleicht verstehst Du dies nicht ganz richtig. Ich würde nicht sagen, dass Du ein erheblich konservatives Individuum bist. Nein, so schätze ich Dich nicht ein. Das ist es nicht, was ich sage. Es gibt bestimmte Manifestationen und Äußerungen in Deinem Leben und in Deinen Erfahrungen, die für Dich wichtig sind. Dein Partner ist als Individuum für Dich wichtig, nicht unbedingt als Partner, aber als Person ist er für Dich wichtig. Seine Gefühle, Wahrnehmungen und Handlungen und sein Leben sind für Dich wichtig. Deine Tochter ist für Dich wichtig.

ROSE: Stimmt. Für mich klingt das ein bisschen so, als ob mich etwas behindern würde. Ich denke nicht in der Richtung wie „das ist falsch“ und dass ich mich hier ändern sollte, aber es gibt etwas an der Art und Weise, wie Du das sagst oder wie ich es höre, was die Alarmglöckchen bei mir klingeln lässt, wie dass es etwas gibt, was ich nicht bemerke, etwas, was in gewisser Weise meine Bewegung behindert und …?

ELIAS: Ich verstehe.

ROSE: Deutest Du so etwas an?

ELIAS: Nicht gänzlich, aber es gibt einen solchen Faktor. Ich spreche jetzt Deine aktuelle Frage an und offeriere Dir eine Erklärung. Ja, es gibt da einen solchen Faktor. Es gibt eine weitere Verständnisschicht, und vielleicht bist Du jetzt bereit, dorthin umzuziehen, wo die Rolle, die Du Dir wichtigen Individuen gegenüber anheuerst, nicht geopfert wird, wenn Du neue Richtungen wählst, die diese Individuen nicht vollständig miteinbeziehen. Ein signifikanter Faktor ist, dass Du - wie viele andere Individuen auch - zwischen Gerne-Haben/Mögen und Lieben differenzierst.

Es gibt Individuen, die Du erkennst und liebst oder von denen Du weißt, dass sie Dich lieben. Du hast diesbezüglich Vertrauen, aber es gibt noch einen anderen Faktor, der etwas tückischer und weniger offensichtlich ist oder von der Oberfläche her nicht ganz so klar gesehen wird. Wenn Du bestimmte Handlungen anheuerst, löst das in Dir die automatische Frage aus, ob die Individuen, die Du liebst, Dich weiterhin gerne haben werden. Du zweifelst nicht unbedingt daran, dass sie Dich lieben oder weiterhin lieben werden, aber abhängig von den von Dir angeheuerten Entscheidungen und wie diese die anderen Individuen involvieren oder auch nicht involvieren, fragst Du Dich, ob sie Dich weiterhin gerne haben werden.

ROSE: Einverstanden. Ich verstehe. Das stimmt mit meinen Definitionen überein. Ja, ich kann Dir zustimmen.

ELIAS: Ja. Das ist nicht immer ein Faktor, über den Du nachdenkst, aber er ist definitiv präsent. Wenn Du fragst, ob es möglich ist, dass es einen Faktor gibt, der Dich behindert, dann ist es dieser Faktor. Es ist ein Faktor, dessen Du Dir zwar gewahr bist, über den Du aber auch nicht immer nachdenkst. Dieser Faktor kann Deine Entscheidungen in jedem Szenario beeinflussen, ohne dass Du Dir dessen objektiv klar gewahr bist und darüber nachdenkst. Doch er wird Dein Entscheidungen und das, wie Du vorgehst, beeinflussen, denn Du wirst diesen Aspekt beschützen, da Du nicht die Möglichkeit generieren willst, dass die Anderen Dich nicht gerne haben.

Bei solchen Beziehungen, wo Du echte Liebe generierst, ist der Faktor, dass Andere Dich nicht gerne haben würden, größtenteils so geringfügig, dass er fast nicht existent und auch Deiner Beachtung nicht wert ist. Andere Individuen mögen Entscheidungen anheuern, oder sie mögen mit manchen von Dir angeheuerten Entscheidungen oder Verhaltensweisen nicht einverstanden sein, aber das reicht nicht aus, um zu machen, dass sie Dich nicht gerne haben.

ROSE: Wie kommt mein Vater hier mit ins Spiel? Er hier scheint eine Rolle zu spielen. Ich spüre, dass er bei dem allem eine Rolle spielt. Wir sprachen noch nie miteinander über meinen Vater. Er nahm in meinem Leben eine sehr eindrucksvolle Rolle ein, und wenn man nicht das tat, was ihm gefiel, strich er Dich aus seinem Leben. Als ich diese Phase hatte, wo ich nicht im Gleichgewicht war, hatte ich viele Kämpfe mit ihm (und ich dachte an die Kämpfe der Vergangenheit, hauptsächlich damals als ich unter seinem Dach lebte), und das kam wieder hoch. Warum habe ich diesen Vater gewählt? Wie hängt das alles zusammen?

ELIAS: Okay. Es ist tatsächlich sehr wesentlich, wie dieses Individuum mit ins Spiel kommt. Obwohl Du nicht wahrnimmst, dass Du Dein Realität in schwarz-weiß-Begriffen oder Absoluta siehst, gibt es manche Bereiche, wo Du das tust. Und das ist ein solcher Bereich, und ich sage Dir, dass das sehr häufig vorkommt. Ihr alle tut das in irgendeiner Kapazität.

In der Situation mit Deinem Vater hast Du - beruhend auf Erlebnissen und wie Du diese Erlebnisse wahrnimmst - eine sehr starke Assoziation und ein Evaluieren Deines Vaters und von dem generiert, was er tut und was ihn dazu motiviert. Du magst es nicht unbedingt auf diese Weise definiert haben, aber es ist das, was Du getan hast. Du evaluierst, dass wenn Dein Vater mit einem bestimmen Verhalten, einer bestimmten Entscheidung oder Handlung nicht einverstanden ist, dieses Individuum aussperrt, was seine Äußerung für “Ich habe Dich nicht gerne“ ist. Das ist nicht korrekt. Es ist nicht seine Wahrnehmung. Aber es ist das, was übersetzt wird, denn es ist die Einschätzung, die von anderen Individuen generiert wird, was nicht ungewöhnlich ist, denn dies ist eine sehr gängige Assoziation der Leute.

Dieser Handlung oder diesen Worten „Mögen/Gefallen“ bzw. „Missfallen“ messt Ihr sehr viel Bedeutung bei, und abhängig von bestimmten Verhaltensweisen wird es für Euch zum Zeichen dafür, dass ein Individuum Euch mag oder nicht mag. Wenn ein Individuum sich zurückzieht und nicht mit Euch interagiert und sich hinsichtlich von dem äußert, wo es mit Euch nicht übereinstimmt, könnt Ihr leicht die Wahrnehmung generieren, dass es Euch nicht mag, was nicht immer gänzlich korrekt ist. Bei Deinem Vater ist es nicht korrekt. Es ist nicht die Frage ob er jemand mag oder nicht, sondern es ist eher eine Sache seiner Wahrnehmung und seiner eigenen Probleme, wo er wahrnimmt, dass er diese nicht ansprechen kann, und dessen, dass er mit Differenzen seine eigenen Schwierigkeiten und Probleme hat.

Wenn er nicht übereinstimmt, bedroht ihn das in einem solchen Maße, dass er das nicht anheuern kann, womit er nicht einverstanden ist, weil es allzu bedrohlich wäre. Er schützt sich, indem er sich abwendet, ignoriert und überbrückt und in Richtung des Nicht-Anerkennens/Nicht-Bestätigens geht. Denn wenn es irgendeine Bestätigung abgibt, macht das die Situation real, mit der er nicht einverstanden ist. Und er kann nicht äußern, dass sie real ist, denn wenn sie real ist, muss er sich damit befassen, was er nicht kann, weshalb es nicht real sein kann. Und seine Art und Weise, dass es nicht real ist, ist dass er es nicht anerkennt/bestätigt.

Er wird es ignorieren und wendet sich ab. Damit beschützt er den Altar seiner eigenen Probleme, aber das heißt nicht unbedingt, dass er das Individuum mag oder nicht mag. Es ist nicht so, dass er das Individuum nicht mag, sondern er kann Situationen, mit denen er nicht einig geht, nicht ansprechen oder anheuern, weil sie allzu bedrohlich sind.

Und das spielt auch bei dem zuvor besprochen Thema eine Rolle, denn es ist eine nicht unbedingt negative Herausforderung, die Du Dir selbst präsentiert hast. Erlaube Dir, Deine eigenen Fähigkeiten zu erkennen und über bestimmte etablierte Assoziationen hinauszugehen und zu erkennen, dass es Assoziationen sind. Ja es sind Deine Assoziationen, und sie waren irgendwann für Dich gültig und sind definitiv mit Deiner eigenen Wahrnehmung verbunden, aber sie sind keine Absoluta und sind auch nicht unbedingt korrekt bezüglich von dem, was außerhalb von Dir oder von anderen Individuen geäußert wird.

Und das bezieht sich auch sehr auf Dich selbst, denn es erlaubt Dir, Themen wie Mögen/Gerne-Haben/Gefallen oder Missfallen detaillierter und klarer zu erforschen und zu erkennen, dass das Thema des Mögens oder Missfallens nicht ganz so fragil ist, wie es anfangs den Anschein haben mag, und dass die Äußerung, ein Individuum gerne zu haben, sehr stark ist und nicht so leicht zerbricht, ganz egal worüber man übereinkommt, worin man einig ist oder was akzeptiert wird oder nicht. Die Äußerung des Mögens/Gefallens/Gerne-Habens ist sehr stark. Und sie kann beachtlichen Hindernissen standhalten und wird sich nicht unbedingt verändern.

Es ist eine enorme Expansion für Dich, wenn Du Dir dies präsentierst und Dir erlaubst, Deine eigene Fähigkeit zu sehen und sie zu äußern und Dir hinsichtlich Deinerselbst und im Zusammenhang mit anderen Individuen bestätigst, dass diese nicht unbedingt generell ein Missfallen für ein Individuum generieren, egal wie sie sich in bestimmten Kapazitäten äußern mögen.
Preliminary Session #2897
Thuesday, December 15, 2009 (Private/Phone)

Gilla
Supraselbst
Supraselbst
Beiträge: 13015
Registriert: Di 11. Aug 2009, 20:49

Re: Elias: Richtlinien = guidelines

Beitrag von Gilla » Di 3. Mär 2020, 07:19

(Text bereits in anderen Threads vorhanden.)

AXEL: Ja, das habe ich verstanden. So habe ich es auch aufgefasst. Vor zwei Wochen war Elternsprechtag, und ich habe seitens der Lehrer viele unerfreuliche, meist schlechte Nachrichten bekommen, dass Lukas im Unterricht nicht aufpasst und immer noch sehr stört. Es gab einige Vorfälle. Der Letzte war am Montag, wo er den Anweisungen des Rektors nicht folgte.

Zunächst erwog ich, nun definitiv das alleinige Sorgerecht anzustreben, doch dann erwog ich, ihn in eine andere Schule zu tun und informierte mich über diverse Möglichkeiten, was Internate anbelangt. Aber bei Internaten ist das so: wenn ich mir das Drumherum ansehe, sind jene Internate, die viele interessante Aktivitäten anbieten, sehr teuer. Sie kosten so viel wie mein Monatseinkommen oder noch mehr. Das scheint also sehr schwierig zu sein. Außerdem habe ich erkannt, dass er, wenn er etwas nicht tun will, das, was die Leute ihm sagen, dass er es tun soll, auch nicht tut. Und das könnte sich als problematisch erweisen, wenn er in ein Internat ginge und nicht alles absolut perfekt für ihn wäre, was es nie für ihn ist.

ELIAS: (lacht.)

AXEL: (Lacht.) Und er könnte rausfliegen, und dann hätten wir uns viel Mühe gemacht und nichts erreicht.

ELIAS: Ich verstehe.

AXEL: Ich denke, sein Problem mit der Schule ist die Art und Weise, wie fast überall auf der Welt unterrichtet wird, weil das nicht wirklich zu seinem natürlichen Fluss passt, wie im Unterrichtszimmer zu sitzen, den Mund zu halten, dem Lehrer zuzuhören, ruhig zu sein und sich Notizen zu machen. Diese Atmosphäre entspricht nicht seiner lebhaften Natur, die sich physisch zum Ausdruck bringen und die meiste Zeit über interagieren möchte. Ich dachte mir also, dass ich Schulen suche, die in dieser Beziehung entgegenkommender sind, und ich fand eine in unserer Region in etwa einer Stunde Zugfahrt Entfernung, die interessanter als ein Internat sein könnte. Was hältst Du davon? Hast Du irgendwelche Ideen?

ELIAS: Ich verstehe sehr wohl, dass das eine Situation ist, die sich sehr, sehr vielen Eltern präsentieren, und ich stimme mit Dir überein, dass sich fast überall auf der Welt die Unterrichtssysteme nicht angepasst haben, um den sehr selbstbestimmten Kindern dieser Zeit gerecht werden zu können, was einen Konflikt erschafft, was in fast allen Kulturen in Eurer Welt erlebt wird. Viele Individuen gehen schon in alternative Richtungen, wenn sie sich Informationen offerieren, wie Du und viele Andere dies tun, und sie erkennen, dass diese Kinder tatsächlich kein sogenanntes schlechtes Verhalten aufweisen.

AXEL: Genau. Als ich vor zwei oder drei Tagen mit der Lehrerin sprach, dachte ich mir, dass sie die Situation dahingehend versteht, wie Du es jetzt gerade sagst.

ELIAS: Ja, und viele Lehrer innerhalb dieser Systeme sind frustriert, weil sie sich bewusst sind, dass sich viele dieser Kinder nicht schlecht benehmen sondern sich langweilen und nicht bereit sind, Kompromisse einzugehen oder sich alles diktieren zu lassen, was tatsächlich Teil dieser Bewusstseinsumschaltung ist. Aber auch Du als Teil dieser Umschaltung/Wandel bist Dir gewahr, dass es dabei manche herausfordernde Aspekte gibt, wie wenn Individuen sich in gewissen Kapazitäten umschalten und manche Eurer etablierten Gesellschaftsstrukturen an alten Routinen und Strukturen festhalten und nicht bereit sind, sich zu verändern.

Schließlich wird das für sie unerlässlich werden, denn sie werden nicht so weitermachen können, wie sie das zu tun versuchen, aber gegenwärtig seid Ihr sozusagen in einer Interims-Phase. Wie ich zu Beginn des neuen Jahrtausends sagte, hat nun das objektive Einfügen der Umschaltung/Wandel begonnen, was auch Konflikte und Trauma bringt, denn viele etablierten Strukturen sind nicht bereit, sich zu verändern. Viele Individuen wählen deshalb, nicht an den Richtlinien ineffizienter Strukturen zu partizipieren - beispielsweise an den etablierten Schulsystemen - und ihre Kinder stattdessen zuhause auszubilden.

AXEL: In Deutschland ist das nicht möglich.

ELIAS: Oder sie wählen, alternative Schulen zu finden. Dies würde ich als gangbaren Weg ansehen. Abhängig vom Kind und davon, ob es bereit ist, daran zu partizipieren, ermutige ich zu diesem Weg, weil solche Schulen Kindern mehr eigenes freies Äußern und mehr Selbstbestimmung erlauben, da das ein signifikanter Teil des ganzen Problems ist.

AXEL: Das denke ich auch. Ich möchte, dass mein Sohn gerne zur Schule geht und, dass es ihm dort gefällt, und derzeit scheint das ziemlich schwierig zu sein. Er möchte nicht wirklich die Schule wechseln und in eine andere Stadt gehen. Er möchte hier bleiben, wo er viele Freunde hat, und natürlich ist es viel leichter für ihn, wenn er nicht lange mit dem Zug fahren muss, also frage ich mich, was die beste praktische Lösung wäre.

ELIAS: Wenn das die von Dir erwogene Richtung ist, würde ich vorschlagen, dass Ihr Beide über die Situation und Eure eigenen Richtlinien sprecht, nicht über die technischen Aspekte Eurer Richtlinien sondern über das, was für jeden von Euch wichtig ist. Es ist wichtig, dass Ihr zulasst, Euch gegenseitig frei auszutauschen und bei diesem Austausch erkennt und feststellt, was die wichtigsten Faktoren für jeden von Euch Beiden sind. Und sobald Ihr die wichtigsten Faktoren für Dich und für ihn herausgefunden habt, trefft eine Vereinbarung.

AXEL: Okay.

ELIAS: Keinen Kompromiss sondert eine praktische Übereinkunft, die Ihr gemeinsam trefft.

AXEL: Okay.

ELIAS: Es geht darum, dass jeder von Euch alle beteiligten Faktoren äußert, um zu unterscheiden, welche Faktoren für ein Individuum wichtig und für das andere Individuum nicht so wichtig sein mögen, so dass Du dem zustimmen kannst. Auf diese Weise können ein Gespräch und eine Vereinbarung zustande kommen, worin einige der für Dich wichtigsten Faktoren und einige der für ihn wichtigsten Faktoren zufriedengestellt werden können.

AXEL: Diesen Prozess generiere ich bereits in gewissem Maße.

ELIAS: Sehr schön.

AXEL: Nun, das haben wir getan, aber nicht so gründlich und nicht so klar, wie wir es nun tun werden.

ELIAS: Je offener Ihr Euch dem Anderen mitteilt, desto mehr Verständnis wird jeder von Euch für den Anderen haben, und Ihr könnt hinsichtlich dieser gegenseitigen Vereinbarung auf dieser Beziehung aufbauen, was jeden von Euch Beiden zufriedenstellen wird. Es geht nicht darum, Drohungen zu präsentieren oder zu Extremen zu schreiten, und tatsächlich muss keiner von Euch ein Opfer bringen, um das zu bewerkstelligen. Er möchte nicht auf eine neue Schule gehen, denn seiner Wahrnehmung nach wäre das ein Opfer.

AXEL: Wenn das für ihn wichtig ist, käme diese Lösung also nicht in Frage.

ELIAS: Richtig. Und ich würde sagen, dass das kein Absolutum sondern eine Option ist, die später wieder untersucht und aufgenommen werden kann, aber es ist wichtig, das Timing zu berücksichtigen und die ersten Schritt des gegenseitigen Austauschens und Definierens von wichtigen Punkten zuzulassen, und von dort aus weiterzugehen.

AXEL: Ja, ich verstehe. In dieser Woche erlebte ich, dass alles anscheinend viel flexibler ist als ich dachte. Vor ein paar Tagen habe ich erstmals gespürt, dass ich mit etwas in seinem Inneren empathisch verbunden bin. Wenn Lukas in bestimmten Situationen bockig oder ungezogen ist, erlebt er in seinem Inneren tatsächlich einen intensiven Gefühlskonflikt. Das hat mit den Stimmungsumschwüngen von Teenager zu tun. Aber es ist nicht so einfach wie bei traditionellen Erziehungs-Ideen, bei denen es bestimmte vernünftige Regeln gibt, die das Kind befolgen muss. Sehr oft ist es eine Sache der spontanen Energie. Ich habe bemerkt, dass der gemeinsame Nenner seiner Motivation tatsächlich die Selbstbestimmung ist. Er kann nichts tun, was er nicht tun möchte, weil das seinen Rahmenrichtlinien widerspricht. Wenn er es doch tut, funktioniert das vielleicht für den Augenblick, wird aber nie auf Dauer funktionieren. Und im Inneren ist er sehr selbstsicher bezüglich von dem, was er haben will, und er weiß, dass er das, was er haben will (wants), identifizieren kann und ist sehr entschlossen, dem zu folgen, was er von sich selbst weiß.

ELIAS: Ja.

AXEL: Also ist es für mich sehr wichtig, eine Verbindung mit ihm zu bekommen und ihn zu verstehen, um eine Beziehung zuzulassen weil ich ansonsten motiviert bin, ihm etwas zu präsentieren, und dann sagt er nein oder tut es nicht und ich verstehe nicht, warum er sich so verhält. Welche Auswahl habe ich dann? Ich bin frustriert, verärgert oder gebe nach und bin mit dem Resultat nicht glücklich, weil ich meine eigenen Richtlinien gefährdet habe. Dieses verbesserte Gewahrsein, das ich seit kurzem habe, scheint für mich viel zu verändern, weil plötzlich alles anscheinend so flexibel ist und wir eine gemeinsame Basis für unsere Interaktionen gefunden haben, was er spürt. Das verändert die Energie zwischen uns.

ELIAS: Ja, mein Freund, Du hast Recht, und Du hast meine enorme Anerkennung. Wenn er versucht, sich im Gegensatz zu seinen eigenen Richtlinien zu verhalten, ist das für ihn viel heftiger als es das für Dich oder für andere ältere Individuen ist. Der Grund dafür ist, dass Du und andere Individuen als Erwachsene durch das, was Ihr gelernt habt und was man Euch gelehrt hat, Anhängsel erlangt haben, und manche dieser Anhängsels beeinflussen Dich, Deine eigenen Richtlinien zeitweise außer Kraft zu setzen. Diese Kinder sind nicht daran gewöhnt und…

AXEL: Dies erzeugt in dieser Gesellschaft jetzt eine interessante Dynamik.

ELIAS: Ja, durchaus, denn diese Kinder sind es gewöhnt, sich selbst zu dirigieren und ihre eigenen Richtlinien anzuerkennen, und in dieser Beziehung generieren sie eine neue Art der Wahrnehmung, und diese neue Wahrnehmung ist auf eine Weise ausgerichtet, dass es tatsächlich bei ihnen etwas fehlendes Verständnis dafür gibt, warum sie ihre eigenen Richtlinien außer Kraft setzen sollten. Sie verstehen nicht, was es ist, das den Konflikt erzeugt, und das Problem ist, dass sie sehen, dass andere Individuen durch ihr Verhalten irritiert sind. Sie sehen, dass andere Individuen Schwierigkeiten damit haben oder irritiert oder unglücklich sind, und sie haben einen Aspekt, der nicht will, dass andere Individuen betrübt oder irritiert sind, was einen Konflikt in ihnen erzeugt, denn sie fühlen sich nicht wohl, wenn andere Leute betrübt sind, sich ärgern oder irritiert sind, und zugleich verstehen sie das alles nicht voll und ganz, und sie haben große Schwierigkeiten, das zu tun, was Ihr fast automatisch tut, nämlich die eigenen Richtlinien außer Kraft zu setzen. Das ist für sie keine automatische Äußerung, und es fällt ihnen sehr schwer

AXEL: Ja, das ist für alle eine schwierige Situation.

ELIAS: Ja, denn Du hast Ideen und Ideale, die Du Dir auch für Deinen Sohn wünschst, und Du möchtest, dass es ihm wohlergeht, dass er glücklich ist und mit Leichtigkeit durch seine Erlebnisse geht. Du möchtest nicht, dass er Konflikte generiert. Aber Deine Vorstellung von konfliktfrei inkorporiert auch die Idee, sich gewissen Strukturen anzupassen. Für ihn erzeugt es viel mehr Konflikte, sich bestimmten Strukturen anzupassen, als seine eigenen Richtlinien zuzulassen und dann die eventuellen Konflikte anzusprechen.

Die Konsequenz für diese Kinder ist das Szenario des geringsten Konflikts. Das Szenario des größeren Konflikts wäre zu versuchen, ihre eigenen Richtlinien und ihren eigenen natürlich Fluss außer Kraft zu setzen. (A consequence to these children is the least conflict scenario. The greater conflict scenario is attempting to override their own guidelines, their own natural flow.)

AXEL: Ja, das kann ich sehen.

ELIAS: So wird in diesen Kindern echte Verzweiflung erzeugt, da dieser ständige Druck an ihnen nagt.

AXEL: Deshalb ist es sehr wichtig, dass ich Einblick in diese Situation bekomme.

ELIAS: Da stimme ich Dir voll und ganz zu.

AXEL: Ich habe schon früher Ähnliches gehört, aber erst jetzt verstehe ich, worum es da geht.

ELIAS: Ja mein Freund, das ist sehr, sehr wichtig. Ich anerkenne Dich sehr. Du hast Recht. Ich oder eine andere Quelle können Dir zwar Informationen offerieren und sie Dir präsentieren, aber dies bleibt Konzepte und Worte, solange Du Dich nicht selbst auf diese Erfahrung einlässt und Dir selbst ein echtes Verständnis offerierst.

AXEL: Das ist der Nutzen davon, dass mein Sohn sehr selbstbestimmt ist. (self-directed)

ELIAS: Und deshalb wird der Sohn zum Beispiel.

AXEL: Ja, er ist eine Spiegelung davon.

ELIAS: Und mein Freund, lass mich Dir sagen, das ist ein weiterer Aspekt, der für die Leute sehr schwierig ist, denn Ihr generiert diese Rollen-Wahrnehmung, und eine davon ist, dass Erwachsene als Beispiel dienen, und das kehrt sich nun um. Die Kinder werden zu Beispielen für die Erwachsene, aber dieser Wandel ist schwierig.

Preliminary Session #2969
Friday, May 07, 2010 (Private/Phone)

Gilla
Supraselbst
Supraselbst
Beiträge: 13015
Registriert: Di 11. Aug 2009, 20:49

Re: Elias: Richtlinien = guidelines

Beitrag von Gilla » Di 3. Mär 2020, 07:43

(Text bereits in anderen Threads vorhanden.)

ELIAS: Je aufgeregter Du in einer Situation bist, desto weniger bist Du bevollmächtigt/in Deiner Macht. Je mehr Du Dich auf äußere Quellen fokussierst und je mehr Du Dir eine Reaktion gestattest, desto mehr gehst Du in die Richtung dessen, Dich selbst nicht zu bevollmächtigen und trittst sozusagen Deine Macht an irgendeine Quelle ab, die im Draußen präsent ist. Das geschieht, wenn Du andauernd diesen Zustand der Aufregung in Dir anheuerst. Je aufgeregter Du wirst, desto weniger Klarheit generierst Du und desto weniger kannst Du auf Dich selbst hören. Du magst denken, denken und denken, aber das ist nicht das Gleiche, wie Dir selbst zuzuhören.

Je gelassener Ihr seid, desto zentrierter werdet Ihr. Je gelassener Ihr seid, desto weniger werdet Ihr durch äußere Quellen beunruhigt, denn Ihr ruht mehr in Euch selbst und vertraut Euch mehr. Ein Maßstab dafür, wie sehr Ihr Euch vertraut ist es, wie ruhig Ihr Euch in Eurer Energie äußert. Und Gelassenheit ist nicht unbedingt ein Gefühl.

Ich habe Euch gesagt, dass Gefühle nicht als Maßstab für die von Euch projizierte Energie gelten können, denn Ihr könnt eine bestimmte Art von Energie projizieren und Euch ganz anders fühlen, als es Eurer Projektion entsprechen würde. Ruhe/Gelassenheit ist ein Seins-Zustand und nicht unbedingt ein Gefühl, ein Zustand, der jedoch Gefühle beeinflussen kann, Gefühle der Zufriedenheit, des Behagens, der Beschaulichkeit, aber es ist ein Seins-Zustand und die geäußerte Ausgewogenheit der Energie. Das ist Ruhe/Gleichmut (calm).

In diesem Zustand fangt Ihr an, Euch auszubalancieren und somit weniger Kategorisierung zu erkennen und Handlungen, Verhaltensweisen und Situationen weniger in Rubriken einzuteilen. Bei einem solchen Kategorisierens hört Ihr im Allgemeinen auf Eure eigene Einteilung in das, was wichtig und was unwichtig ist, oder was wichtig und weniger wichtig ist. Je mehr Ihr ins Gleichgewicht kommt, desto mehr fangt Ihr an zu erkennen, dass alles wichtig ist, was Ihr tut und dass bestimmte Aspekte von dem, was Ihr tut, nicht wichtiger als andere sind. Sie sind allesamt wichtig, denn sie sind alle miteinander vernetzt und gehen Hand in Hand und beeinflussen sich gegenseitig, unabhängig von der Symbolik.

Deshalb fangt Ihr an, zu erkennen, dass das, was Ihr zum Frühstück wählt, ebenso wichtig ist wie die Art und Weise, wie Ihr mit der höchsten Autorität in Eurem Job interagiert. Was Ihr zum Frühstück habt und das Wie, mag für Euch belanglos aussehen, aber dieses wie Ihr dies tut, beeinflusst auch die Art und Weise, wie Ihr mit jenem Individuum interagiert, wenn Ihr beispielsweise Euer Frühstück auf eine Euch einschränkende Weise angeht und meint, nichts konsumieren zu können oder keine Zeit dafür zu haben. Oder Ihr schwelgt bei Eurem Frühstück übermäßig, weil Ihr Euch sagen wollt, dass Ihr das verdient habt, aber Ihr glaubt nicht wirklich, dass Ihr es verdient.

Bei den von Euch als unbedeutend und geringfügig erachteten Handlunge ist noch wesentlich mehr im Spiel. Sie sind aufschlussreich, und sie sind mit den Handlungen vernetzt, die Ihr als signifikant und groß anseht, wie beispielsweise die Art und Weise, wie Ihr in einem Interview interagiert, oder wie Ihr mit Eurem Kind interagiert. Beides scheint nichts miteinander zu tun zu haben, aber das ist nicht so, denn sie sind energiemäßig und in dem miteinander verbunden, wie Ihr Euch selbst wahrnehmt, was Ihr Euch selbst gestattet oder nicht gestattet, wie Ihr Euch einschränkt oder auch nicht, und ob Ihr glaubt, dass Ihr etwas verdient oder auch nicht.

Im Ausgewogensein fangt Ihr an zu erkennen, dass es weniger Einteilung in wichtiger und weniger wichtig gibt und dass alles, was Ihr tut, wichtig ist. Diese Handlungen sind also sozusagen gleich.

Die meisten Leute wollen, dass alle anderen so sind wie sie selbst, und sie werden endlos lange darüber diskutieren, dass sie das nicht sind. Oder sie erlauben anderen tatsächlich, in gewissem Maße sie selbst zu sein. Ich würde sagen, dass das die Macht Eurer jeweiligen Richtlinien ist.

Das Problem mit Richtlinien ist, dass sie verbogen wurden, und bei Eurem Voranschreiten und der Evolution als Spezies habt Ihr Eure Wahrnehmung Eurerselbst umgekehrt und auf andere Individuen außerhalb von Euch selbst projiziert, und dazu gehört auch das Verändern oder Umkehren dieser Richtlinien, was nun ebenso stark geäußert wird wie ihr ursprüngliches Design, nämlich Eure eigenen Richtlinien zu sein für Euer Verhalten, Eure Wahlmöglichkeiten und für das, was für Euch wichtig ist, und Ihr habt dies in die Erwartung bezüglich dessen umgekehrt, was Andere tun oder sein sollten. Die meisten Leute tun dies und möchten deshalb, dass der Rest ihrer Welt so sei wie sie selbst.

Leider hält sich der Rest der Welt nicht an Eure eigenen Richtlinien. Die Anderen sind anders und nicht unbedingt so wie Ihr und werden es auch nicht sein. Dieses Wissen holt Euch aus der Abhängigkeit von Anderen und deren Differenzen/Unterschieden heraus, so dass Ihr auf Euch selbst und darauf, wie Ihr Eure Auswahl trefft, Acht gebt.

Und wenn Ihr bestimmte Äußerungen Anderer nicht mögt, welche Auswahlmöglichkeiten könnt Ihr dann generieren, die es Euch erlauben, Euch wohlzufühlen und mit Euch selbst und Eurer Umgebung zufrieden zu sein? Was könnt Ihr tun, um Situationen zu verändern, damit Ihr mit allem um Euch herum und mit anderen Individuen zufrieden seid?

Ich sage Euch, dass es immer Individuen geben wird und Ihr diesen begegnen werdet, mit denen Ihr nicht übereinstimmt oder mit denen Ihr nicht auskommt und mit denen Ihr nicht synchron lauft.

Je mehr Ihr mit Euch selbst zufrieden und je gelassener Ihr seid, was mehr Klarheit bezüglich Euer Auswahlmöglichkeiten generiert, desto objektiver und absichtlicher steuert Ihr Euch selbst. Ihr bringt Euch somit in gänzlich andere Situationen und zieht andere Individuen auf Euch an und platziert Euch in andere Szenarien. Ihr fangt an, Situationen und Szenarien im draußen zu generieren, die die Gelassenheit und Zufriedenheit spiegeln, die Ihr in Eurem Inneren äußert.

Ich habe Euch schon oft gesagt, dass Ihr abspiegelt/reflektiert (reflect). Ihr bespiegelt Euch nicht (to mirror), aber Ihr spiegelt Euch selbst immer in dem, was außerhalb Eurer Selbst geschieht. Wenn Ihr Eure Realität als sanft, ruhig und zufriedenstellend und nicht sehr herausfordernd wahrnehmt, heißt das nicht, dass keine Tumulte in der Realität stattfinden würden, aber Ihr präsentiert und reflektiert Euch diese nicht und reflektiert mehr und immer mehr von dem, was Ihr selbst zum Ausdruck bringt.

Sitzung 3043, Reaktionen
Preliminary session
8. März 2011




(Text bereits in anderen Threads vorhanden.)

MODERATOR: Rudolph, dessen Mikrophon nicht funktioniert, hat mehrere Fragen, und ich fange einfach in der Mitte an: „Wenn ich mich mehr kennenlerne, was kann ich dann tun, um intimere/innigere Beziehungen zu generieren, meinen eigenen Äußerungen zu vertrauen und weniger stark auf Andere zu projizieren?

ELIAS: Das muss trainiert werden. Experimentiere damit und vertraue Dir selbst. In der Interaktion mit anderen Leuten geht es nicht nur darum, auf Dich selbst achtzugeben, denn natürlich interagierst Du mit ihnen, und Du gibst deshalb auch auf sie Acht, UND zugleich gibst Du auch Acht auf Dich selbst.

Versuche jedoch auch, Dich an einige springende Punkte zu erinnern. Einer ist es, nicht immer dem Beispiel aller zu folgen, nicht immer darauf warten, was Andere sagen, um einen Hinweis zu haben in Bezug auf das, was Du tust oder äußerst, sondern dass Du auch initiieren kannst. (One is not to be always following everyone else’s lead, that you aren’t always waiting for other people and what they are expressing to give you cues as to what you do or what you express that you can initiate also.)

Gib in der Interaktion mit Anderen Acht, ohne automatisch zu urteilen, denn oft haltet Ihr beim Zuhören automatisch Ausschau nach Bezugspunkten und nach ähnlichen eigenen Erlebnissen, wobei Ihr automatisch auch dazu neigt, über das zu urteilen, was der Andere tut, was er sagt oder wie er sich äußert.

Dich an Deine eigenen Richtlinien zu erinnern ist zu Deinem größten Wohle, und es ist das größte Teilstück, das Dir in Interaktionen mit anderen Leuten helfen kann, insbesondere hinsichtlich von Differenzen, was derzeit ein sehr großes Thema ist, mit dem die Meisten sehr viel Schwierigkeiten erleben und haben, was durchaus verständlich ist. Wenn Du urteilst, verwirrt bist oder Schwierigkeiten in der Interaktion mit Anderen hast, sprich nicht immer das Erste aus, was Dir in den Kopf kommt. Halte inne, warte einen Augenblick bevor Du antwortetest. Das Erste, was Dir in den Kopf kommt, ist mit Deinen eigenen Richtlinien assoziiert, die Du dann auf die andere Person projizierst. Wenn Du jedoch stoppst und über das Erste, was Dir in den Kopf kommt, nachdenkst und dann in die andere Richtung gehst und es auf Dich selbst statt auf die andere Person anwendest, kann dies in Interaktionen mit Anderen sehr hilfreich sein.

Wenn Du in der Interaktion mit Anderen innehältst und - unabhängig von der Situation – über Deine eigenen Richtlinien nachdenkst, ist es wichtig zu wissen, dass sie Dein eigenes Verhalten lenken, aber nicht das einer anderen Person. Deine Richtlinien lenken DEIN Verhalten, weshalb es sehr hilfreich sein kann, an sie zu denken, weil es Dir sagt, was Du tun sollst. Sie geben Dir eine Anleitung bezüglich Deines Verhaltens, wie Du Dich verhalten, äußern und was Du tun sollst.

Und es betrifft Dich und nicht die andere Person, weshalb Du nicht über sie urteilst, was enorm hilfreich sein kann, denn dies erschafft weder Erwartungen noch Urteile, und für Andere wird Deine Energie nicht kränkend oder bedrohlich sein.

Sehr oft meint Ihr, für die andere Personen weder kränkend noch bedrohlich zu sein, dass Eure Energie ganz neutral oder gar hilfreich wäre, wenn sie es gar nicht ist, weil Ihr Euch vielleicht gemäß Eurer eigenen Richtlinien äußert und diese auf die andere Person projiziert, was eine Erwartung erschafft. Und dies bewirkt, dass der Andere Eure Energie empfängt und sich bedroht fühlt, was er vielleicht auf unerwartete oder verwirrende Weise erwidert, ohne dass Ihr den Grund dafür versteht. Er projiziert eine defensive Energie, auf die Ihr im Allgemeine reagiert, indem Ihr ebenfalls eine defensive Energie äußert, was einen sehr unbehaglichen Kreislauf erschafft, wobei immer wieder Einer auf den Anderen reagiert.

Mit Anderen könnt Ihr am leichtesten auf eine nicht-konfrontative Weise, frei von Erwartungen und frei von Urteilen interagieren, wenn Ihr auf Eure eigenen Richtlinien achtet und sie auf Euch selbst anwendet.
Session 202002291
Saturday, February 29, 2020 (Group/Webinar)

Gilla
Supraselbst
Supraselbst
Beiträge: 13015
Registriert: Di 11. Aug 2009, 20:49

Re: Elias: Richtlinien = guidelines

Beitrag von Gilla » Mo 9. Mär 2020, 09:14

Die folgende Übersetzung stammt von der Elias-Website
http://www.eliasweb.org/Search.aspx?L=0&t=0&p=16


ANON: Wie sagen denn Wesen wie du ‚ja‘ und ‚nein‘ – sagen die überhaupt ‚ja‘ und ‚nein‘?

ELIAS: Sehr gute Frage. Nein das tun sie nicht.

ANON: Sagen sie dann immer ‚vielleicht‘?

ELIAS: Was ich dir sagen möchte ist, dass das ein Ausdruck in eurer materiellen Welt ist. Das hängt mit euren Glaubensannahmen zusammen, welche euch vorschreiben, was gut oder schlecht, was richtig oder falsch ist. Es gibt kein gut, schlecht, richtig oder falsch innerhalb von Bewusstsein. Es gibt keinen Gefühlsausdruck im reinen Bewusstsein. Da gibt es keine Gefühle. Deswegen ist da das Konzept von ‚ja‘ oder ‚nein‘ ohne Belang und nicht notwendig.

Ihr seid in einem System von Glaubensannahmen, das Teil des Plans eurer Wirklichkeit ist und das spielt in alles was ihr tut hinein. Das erzeugt Richtlinien mit denen ihr alles in eurer Welt einer Beurteilung unterzieht. Jeden Ausdruck in eurem Universum filtert ihr durch die Brille eurer Glaubenssysteme. Deshalb erzeugt ihr immer Bewertungen – das ist aber nicht die Duplizität (Gut - Böse) sondern die Dualität (Bestehen von Gegensätzen) eurer Realität. Eure Wirklichkeit enthält Dualität. Das ist auch ein Teil eures Plans. Deswegen gibt es auch in allen euren Philosophien und Religionen den Gegensatz zwischen ‚Gut‘ und ‚Böse‘.

ANON: Also wenn man eine Sache macht und ‚ja‘ sagt, erfährt man dann nicht auch das ‚nein‘?

ELIAS: Ja genau, ja und das ist was ich sage. Jede Entscheidung enthält beides. Jede Wahl enthält ein ‚ja‘ und ein ‚nein‘ gleichzeitig. Wozu auch immer ihr ‚nein‘ sagt, drückt ihr in gewisser Weise auch ein ‚ja‘ aus. Das ist das System der Gegensätze in eurer Realität, und darin liegt auch eure Macht; indem ihr dies wisst und euch bewusst macht, was ihr wählt und warum und was es beeinflusst.

Somit, wie ich schon früher bezüglich verschiedener Ausdrücke von Anhängseln gesagt habe, dass ihr euch der Anhängsel bewusst sein könnt und dass ihr sie wirklich auswählen könnt. Ihr könnt mit ihnen übereinstimmen oder mit bestimmten Aspekten davon. Auf ähnliche Art und Weise könnt ihr mit bestimmten Aspekten von Gedankengebäuden übereinstimmen und deswegen könnt ihr trotzdem wirklich wählen diese auszudrücken. Der Unterschied ist, dass ihr wisst, dass ihr sie wählt. Ihr wählt sie nicht automatisch oder gewohnheitsmäßig. Ihr wählt sie absichtlich und ihr wisst warum ihr sie absichtlich wählt. Dazu ist auch zu sagen, dass Gedankengebilde nicht notwendigerweise schlecht sind oder eliminiert werden sollten. Es ist nur notwendig zu verstehen, dass ihr viele, viele, viele dieser Gedankenkonstruktionen akzeptiert ohne euch ihrer objektiv bewusst zu sein, und dadurch viele eurer Handlungen oder Entscheidungen automatisch oder gewohnheitsmäßig erfolgen. Das ist nicht die Fähigkeit souverän zu agieren.

Nun, wie wir auch schon früher in Einzelsitzungen besprochen haben seid ihr Menschen schon seit vielen Jahrhunderten daran gewöhnt geführt zu werden und keine eigenen Entscheidungen zu treffen, sondern euch dem Diktat und den Richtungsanweisungen einiger Weniger zu unterwerfen und das freiwillig. Eure Gesellschaftsstrukturen über die Familienstrukturen hinweg ermöglichten dies. Ihr macht was euch eure Eltern sagen oder Autoritätspersonen oder Leute, die älter sind als ihr, weil ihr das von klein auf so gelernt habt, eigentlich von Geburt an. Individuen sind sehr daran gewöhnt, keine eigenen Entscheidungen in Übereinstimmung mit ihren Neigungen zu treffen. Dies betrifft auch sehr eure persönlichen Richtlinien.

Deshalb ist das eine beträchtliche und komplexe Sache, denn jeder von euch hat seine persönlichen Richtlinien, seine eigene Persönlichkeit, seinen eigenen Energiefluss und dieses ‚ja/nein‘ ist in dem immer enthalten und beeinflusst euch und umgekehrt. Eure Richtlinien beeinflussen wie ihr das ‚ja/nein‘ ausdrückt. Deswegen ist es eine bedeutende Sache.

Ich weiß, dass ihr von diesem Gegenstand nicht gerade begeistert seid, aber ihr werdet es sein, wenn ihr viel mehr Fähigkeiten und diese Richtung entwickelt habt und dann konsequenterweise erschafft, was ihr in eurer Wirklichkeit erschaffen wollt – und nicht nur was ihr glaubt zu wollen, sondern was ihr wahrlich wollt und das bewusst.

Ja?

PHILLIP: Es scheint mir, dass wir von Geburt an von all diesen Systemen, über die wir gar nicht nachdenken, indoktriniert sind. Da wird es Zeit, all das neu zu bewerten, diese automatischen Einweisungen, die wir angenommen haben und uns zu fragen, wo das herkommt und ob uns das wirklich gut tut. Hier wird es auch mit dem ‚ja/nein‘ interessant und dass man immer eine fundierte, bewusste Entscheidung trifft.

ELIAS: Genau. Wer will etwas dazu sagen? Stimmt ihr dem zu?

GRUPPE: Ja.

VAL: Das hat viel mit der Regierung und wie diese gestaltet ist zu tun, ‚ja‘ und ‚nein‘ zu sagen.

ELIAS: Das ist der Punkt. Ich würde sagen, dass viele Leute einer Regierung viel mehr Macht zugestehen als sie verdient oder die sie wirklich hat, weil ihr automatisch eine unterwürfige Rolle in Bezug auf eine Idee einnehmt. Wohnen eure Politiker bei euch? Nein. Habt ihr eure Politiker getroffen? Hat je einer von euch eure Politiker getroffen?

ANN: Weiß ich wer sie sind?

ELIAS: Genau. (Gelächter) Aber ihr gesteht den Leuten die ihr nicht kennt enorme Macht zu, die ihr gar nicht getroffen habt, mit denen ihr persönlich nichts zu tun habt.

Das ist bezeichnend – kommen wir zu den kleinen und alltäglichen Wahlentscheidungen zurück – die meisten von euch, wenn nicht alle von euch in unterschiedlichem Ausmaß, beteiligen sich an etwas, das sie an und für sich nicht direkt betrifft. Damit verkauft ihr euch selbst an Ausdrucksformen oder Personen, die nichts mit euch zu tun haben und gebt damit diesen Ausdrucksformen oder Personen, mit denen ihr gar nichts zu tun habt, Macht.

Wie oft führt ihr ein Gespräch mit einer anderen Person, einem Freund, der stark irritiert ist in Bezug auf eine Erfahrung früher an dem Tag, wo er mit einer anderen Person aneinandergeraten ist, die unausstehlich war, und du hörst zu und sprichst nach: „Ich weiß, was du meinst. Ich hasse es, wenn der sich so aufführt.“ Und was machst du wirklich? Du bringst dich in eine Situation ein, die mit dir nichts zu tun hat. Du warst mit dieser angeblich groben Person nicht zusammen. Vielleicht kennst du diese auch gar nicht, aber du sprichst nach und gibst damit deine Macht dem Freund, mit dem du plauderst. Du drückst deine eigene Macht nicht aus. Du hast diese an dein zorniges Gegenüber abgegeben und du sprichst ihm nach dem Mund. Und was ist das? Du läufst hinterher. Du erzeugst nicht deine eigene Wahl. Hast du irgendein Problem mit der Person, die grob war und die du nicht kennst, und wo du nicht in dieser Situation warst? Ist es wichtig für dich? Wahrscheinlich nicht.

ANN: Aber man könnte sagen – und ich stimme dir zu – dass man damit Mitgefühl für den Freund in dieser Antwort ausdrückt, ihn zu unterstützen, was du damit aber nicht tust. Ich kann schon verstehen, dass das gefährlich ist und nichts bringt, aber…

ELIAS: Es ist nicht unbedingt gefährlich, aber das ist der Punkt: Inne zu halten und ernsthaft zu bewerten was eine wirklich unterstützende oder mitfühlende Antwort oder Ausdruck wäre im Gegensatz zum Nachsprechen, was nicht unterstützend und auch nicht mitfühlend ist.

Dabei kannst du die Person hören und kannst ihr gegenüber deine Anerkennung ausdrücken: „Du bist jetzt zornig.“ Du kannst anerkennen was sie ausdrückt. Indem du zuhörst und ihr den Zornesausdruck gestattest, anstatt ihn zurückzuhalten, bist du unterstützend. Aber diese automatische Reaktion ist eben eine alltägliche Handlung, die ihr sehr oft macht und automatisch macht. Ihr erschafft damit nicht bewusst eure Wirklichkeit.

PHILLIP: Also das führt zu dem Konzept von direkter und indirekter Erfahrung als Selbstausdruck, wobei die direkte Erfahrung mit der unmittelbaren Umgebung zu tun hat? Wirklich, das muss man sich vor Augen führen. Wenn du indirekt ausdrückst, auf Sachen mit denen du nichts zu tun hast reagierst, hast du irgendwie deinen Fokus im Augenblick verloren und damit kannst du keine bewussten Entscheidungen, die dich weiterbringen treffe.

ELIAS: Genau, ja. Ich stimme dem wirklich zu.

ANN: Kannst du das weiter ausführen? Weil oft sagen dann die Leute – zeigt in die Runde - wenn man sich nicht bei anderen Ausdrücken einmischt, hätten vielleicht die Nazis die Oberhand behalten, oder wir hätten uns nicht eingemischt und diese Gräueltaten beendet.

PHILLIP: Gut, wir leben in einem anderen Zeitalter heute. Das waren andere Zeiten in denen diese Menschen agierten.

ELIAS: Dem kann ich gar nicht zustimmen!

ANN: Kannst du das mit den indirekten Erfahrungen und dem Einmischen weiter ansprechen?

ELIAS: Ja.

Nun, das bringt uns zu dem Ausdruck von Verantwortlichkeit. Wenn man für sich verantwortlich ist, ist man sich selbst gewahr. Und automatisch durch Erweiterung - ein automatisches Nebenprodukt der Selbstverantwortlichkeit ist die Erweiterung der Verantwortung für alles und jeden im direkten Umfeld. Die Schwierigkeit und die Herausforderung für die meisten ist, dass sie nicht genau wissen, was das bedeutet für sich selbst verantwortlich zu sein.

Das ist ein anderer Aspekt von ‚ja‘ und ‚nein‘. Da ist die Sache ob man sich selbst gut genug kennt: Wer man ist, was eure Richtlinien sind, was eure Kernwahrheiten sind – eure eigenen – wie ist euer eigener Energiefluss, das heißt was erzeugt ihr natürlich eurem Wesen entsprechend. Das bringt uns wieder zu dem Alltäglichen. Was macht ihr jeden Tag? Wie laufen eure täglichen Handlungen genau ab und das heißt nicht unbedingt in Verbindung mit anderen Leuten? Was sind eure Vorlieben, und damit, kennt ihr diese, drückt ihr sie aus, seid ihr euch eurer Richtlinien bewusst und eurer Kernwahrheiten, nicht indem ihr andere davon überzeugen wollt, aber für euch selbst und somit Selbstannahme ausdrückt, was außerordentlich wichtig ist.

Weil, lasst mich euch sagen, wann immer jemand eine Schuldzuweisung auf eine Person richtet, ist das eine direkte Spiegelung von fehlender Selbstannahme desjenigen der die Schuldzuweisung trifft. Schuld auf jede Art und Weise ist immer ein Ausdruck von fehlender Selbstannahme. Anklage in jeder Form – unabhängig ob ihr mit dem Ausdruck von jemand anderem übereinstimmt oder nicht – wenn eine Person anklagt oder beschuldigt, drückt sie fehlende Selbstannahme aus und auch fehlende Selbstverantwortlichkeit. Wenn ihr einen Fehler in einer anderen Person seht – damit meine ich nicht keine Zustimmung – wenn ihr einen Fehler in einer anderen Person findet, dann ist das eine Spiegelung eines Teils von euch, für den ihr nicht selbstverantwortlich seid, oder den ihr in euch nicht annehmen könnt, was wieder ein anderer Einfluss in Bezug auf ‚ja‘ und ‚nein‘ ist.

Wenn ihr Anklage oder Beschuldigung ausdrückt, wenn irgendjemand Anklage oder Beschuldigung ausdrückt, drückt ihr dem anderen gegenüber ein ‚nein‘ aus. Ihr glaubt, ihr habt das Recht ‚nein‘ zu sagen und meint, dass ihr damit zu euch selbst ‚ja‘ sagt und euch damit selbst akzeptiert. Ihr sagt zu euch selbst ‚ja‘: Ihr sagt ‚ja‘ dazu, euch zu verstecken; ihr sagt ‚ja‘ dazu abzuwehren. „Ich werde das nicht an mich herankommen lassen, und nein, ich werde dich nicht annehmen.“ Das sagt ihr! Das geschieht in jeder Handlung, an jedem Tag, jeden Moment – keine Schuldzuweisung, aber ‚ja‘ und ‚nein‘ in dem, was ihr wählt und das euch nicht bewusst ist.

Nun, in Bezug auf Situationen die ihr als Zweit-Erfahrung bezeichnet – was lustig ist, weil es keine Zweit-Erfahrung gibt; ihr seid alle verbunden – was immer ihr auch tut wird in die Welt hinaus projiziert. Dazu sagt ihr Schmetterlingseffekt, nicht wahr? Das ist wirklich so. Somit betrifft, was ihr für euch ausdrückt, auch die andere Seite der Welt. Ihr seid alle verbunden. Wenn jemand wählt den Kopf zu wenden, erschafft er diese Realität. Er sieht, was es in seiner Realität gibt. Wenn er dann versucht das abzustreiten, was tut er dann? Wozu sagt er ‚ja‘ und wozu sagt er ‚nein‘?

ANN: Er sagt ‚ja‘ zum sich verstecken, richtig?

ELIAS: Er sagt ‚ja‘ zum Verstecken und sagt ‚nein‘ zum Verbunden-Sein.

ANN: Wie verstehst du… Offensichtlich, wenn ich so was wie einen Mord sehe, würde ich urteilen… Oder jemand tyrannisiert, vielleicht ein Kind ein anderes, würde ich das verurteilen. Verurteile ich damit mich selbst?

ELIAS: Nicht unbedingt; das ist kein Spiegel.

Dahingehend könnt ihr euch daran erinnern, dass ihr alle Urteile fällt. Das macht ihr immer. Das macht ihr jeden Augenblick, andernfalls wäre da kein ‚ja‘ und ‚nein‘. Das ist Teil eurer Realität; ihr beurteilt immer. Das sind Urteile, die ihr in Übereinstimmung mit euren Richtlinien fällt und diese dann ausdrückt.

ANN: Gut, ich möchte nochmal beginnen. Ich habe meine Frage falsch formuliert oder es nicht so gemeint. Mich nicht zu verurteilen sondern mich anzunehmen hast du gesagt. Also, wenn ich etwas sehe und mich nicht annehme, wie weiß ich dann was an mir ich nicht annehme? Wie kann ich das verstehen oder mir darüber klar werden?

ELIAS: Nun; du hast ein Beispiel gebracht wo du siehst wie jemand tyrannisiert wird, und du verurteilst das Tyrannisieren, und du hast gesagt, dass du das nicht als Selbstannahme einschätzt. Das muss nicht sein.

ANN: Gut, dann habe ich das was du vorher gesagt hast missverstanden, weil ich dachte du sagtest… Was hast du gesagt?

ELIAS: Anklage und Schuldzuweisung…

ANN: Anklage und Schuldzuweisung heißt man ist nicht… Oh, wenn man sagt es ist jemandes Fehler…

ELIAS: Ja, ja.

ANN: Nimmt man sich selbst nicht an.

ELIAS: Ihr drückt viele Richtungen und Sachen aus, denen ihr nicht zustimmt. Es ist nicht notwendig, jeder vorkommenden Handlung zuzustimmen. Du kannst jemand bemerken der jemand anderen tyrannisiert, und du wirst dem nicht zustimmen, und das kann ganz gegen deine Richtlinien sein.

Dabei kannst du ausdrücken, dass du damit nicht einverstanden bist. Du musst nicht unbedingt ausdrücken die andere Person ist wertlos oder uninteressant oder nicht hochwertig, aber dass du mit der Handlung des anderen nicht einverstanden bist.

Nun, indem du verantwortlich für dich bist, indem du ‚ja‘ zu deiner eigenen Verantwortung und ‚nein‘ zu einem Mangel an Selbstannahme sagst, kannst du der anderen Person in einer Art von Wertschätzung entgegenkommen. Weil, wenn die andere Person jemanden tyrannisiert, was macht sie dann? Beschuldigen und anklagen, das tun jene, die andere schikanieren. Sie beschuldigt jemand anderen für etwas, was derjenige denkt oder fühlt und deswegen greifen sie denjenigen an, um sich im Gegenzug selbst aufzubauen. Diese Person bewegt sich in einem Rahmen von Herabsetzung. Sie drückt schon eine Geringschätzung in sich selbst aus, sonst würde sie diese Handlung nicht setzen.

Wenn du dich selbst schätzt, wenn du wirklich verstehst was dir zusteht, wenn du wahrlich deinen eigenen Wert erkennst, ist es nicht notwendig sich selbst jemandem anderen gegenüber höherzustellen. Jene andere Person, egal was sie ausdrückt, bedroht dich nicht, weil du sicher in deinem Ausdruck von Zufriedenheit und Selbstannahme bist. Du bist nur für dich verantwortlich und es nicht notwendig und unsinnig, dich über eine andere Person oder einen anderen Ausdruck zu erheben, weil du schon weißt, dass du auch damit verbunden bist. Deswegen kann es dir gar nicht passieren, dich auf diese Art auszudrücken.

Nun, wenn jemand tyrannisch oder gewaltsam handelt, was drückt diese Person aus? Aggression. Was ist der einzige Ausdruck in eurer Realität welcher eine vollständige Abtrennung ausdrückt? Aggression. Aggression ist der einzige Ausdruck dessen ihr fähig seid um euch abzutrennen. Dieser Ausdruck isoliert euch augenblicklich. Das ist der Grund – wie ich früher sagte – warum Soldaten im Krieg so stark zusammenhalten. Das ist ein Ausdruck – in euren Worten – von Ausgleich zu dem allgegenwärtigen Ausdruck von Aggression rundherum, wo sie diese Abtrennung von Verbundensein spüren, welche völlig unnatürlich ist. Das ist ein unnatürlicher Zustand im Bewusstsein und dieser kann nur in einer materiellen Welt ausgedrückt werden, weil diese Trennung nur da ausgedrückt werden kann.

Das ist eine Richtung die viele, viele, viele Personen einschlagen wenn sie sehr viel Selbstabwertung ausdrücken, wenn sie meinen, dass sie nichts verdienen, und sie keinen Selbstwert erkennen, was man wie bezeichnen kann? Selbst keine Verantwortung übernehmen, und das ist auch eine Selbstverleugnung. Was machen sie dann? Sie drücken ‚nein, nein, nein, nein‘ zu sich selbst aus und ‚ja, ja, ja‘ zu Trennung. ‚Nein, nein, nein, nein‘ und ich werde mehr, mehr Aggression ausdrücken, mehr Trennung, noch mehr und mehr, weil ich verdiene nicht verbunden zu sein.

Deshalb ist aber so eine Situation nicht unbedingt eine Selbstherabsetzung oder keine Selbstannahme. Ihr könnt solche Situationen als Möglichkeit betrachten, diese Umstände zu prüfen. Werdet ihr reagieren oder antworten? Werdet ihr euch in eingefahrenen Bahnen bewegen oder werdet ihr prüfen? Was sind meine Richtlinien? Wozu will ich ‚ja‘ sagen und wozu ‚nein‘? Was bringt mir am meisten und was ist wichtig, wie wir es früher besprochen haben. Wie werdet ihr dahingehend antworten?

ANON: In so einer Situation zum Beispiel sagen wir zu so vielen Dingen ‚ja‘ oder ‚nein‘, da ist es nicht leicht all das zu berechnen. Deshalb wird das verwirrend im Kopf. Da ist meine Frage – ich glaube ich schaue mich nach Hausaufgaben um: Was empfiehlst du worauf wir uns konzentrieren sollen wenn wir ‚ja‘ oder ‚nein‘ ausdrücken? Weil ich vermute das Thema ist die Entkräftung von Selbstbefähigung, aber ich will das auftrennen – glaube ich – oder auf ein bestimmtes Element konzentrieren…

(Ausschnitt)

BRIGHTER: Ich glaube das war im Zusammenhang ein bisschen für mich. Du hast gesagt, du hast uns eine Menge zu sagen, und du hast viel zu uns gesagt, aber meine Erwartung war, meine Aufmerksamkeit mehr auf das zu richten, was du heute gesagt hast. Ich glaube ich habe darüber nachgedacht und ich dachte wie ironisch das sei, dass ich mit der gleichen Energie dir zuhören wollte, mit der ich nicht (nicht hörbar).

ELIAS: Ah, sehr gut! Das ist ein Beispiel einer Erwartungshaltung. Als ich am Anfang unseres Gesprächs die Vorgehensweise erklärte, verblieb bei euch die Erwartungshaltung, dass ich führe, dass ihr Fragen stellt und dass ich antworte. Das ist nicht die Richtlinie, die ich vorgab, aber das ist die automatische Erwartungshaltung.

Das ist auch eine interessante und wichtige Sache bezüglich dessen was ihr hört. Das ist ein bedeutender Faktor, weil jeder das hört was er erwartet, und ihr behaltet diese Richtung bei. Ihr richtet eure Gedanken auf das was ihr erwartet und das färbt was ihr hört, und ihr könnt es ganz anders hören (interpretieren) als es im Moment ausdrückt wird– was ihr gemacht habt und als Beispiel in diesem Forum demonstriert habt. Ich habe das so nicht gesagt; ihr habt das erwartet.

Das sind wichtige Informationen für euch, sie zu verstehen und anzuwenden, das ist so, wenn jemand anderer sich ausdrückt und ihr einverstanden wart daran teilzunehmen – und das habt ihr gemacht, ihr wart einverstanden mit allen von euch mitzumachen, nicht nur mir zu folgen, andernfalls würdet ihr eine private Session mit mir abhalten, und das ist jetzt nicht so; ihr wart alle einverstanden teilzunehmen, daraus folgt, sich mit allen anderen hier auszutauschen und ihnen zuzuhören – aber dann macht ihr das nicht, ihr hört nur das was ihr hören wollt, und was ihr erwartet zu hören. Und wenn sich jemand in seiner Verletzlichkeit ausdrückt, ist das unangenehm für euch und das drückt ihr aus indem ihr wegschiebt, und euer Körperbewusstsein reagiert auf dieses Unwohlsein das ihr ausdrückt. Eure Augen werden unruhig, euer Körper beginnt sich zu bewegen, euer Kopf hängt herab oder lehnt sich zurück, aber ihr seid nicht auf die Konversation, der ihr zugestimmt habt konzentriert.

Danke, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast. Dahingehend möchte ich sagen, ja, es kann manchmal schwierig sein, eine bestimmte Wahrnehmung (Bewusstseinsausrichtung) zu haben, und du bist damit vertraut – aber nochmals, nicht mit anderen übereinzustimmen, die das ganz anders sehen.

Aber nochmals, das ist eine Sache der Verantwortung dir selbst gegenüber, indem du dich selbst annimmst und dich in dir wohl fühlst, mit der anderen Frau, die verstört über die Gefühle ihrer Tochter gegenüber ist, nicht zu kommunizieren aber mit jemand anderem. Du kannst in diese Konversation eingebunden sein, aber es ist eine Sache zu erkennen „Ich bin in diese Sache selbst nicht hineingezogen – sie betrifft mich nicht. Ist es momentan wirklich wichtig für mich was die anderen gerade machen oder was sie gerade diskutieren oder was ihre Meinung ist? Betrifft mich das wirklich? Und ist es wirklich wichtig für mich?“ Damit übernimmst du dir selbst gegenüber Verantwortung. Das bringt deine Aufmerksamkeit zurück zu dir, was du tust und was dir wichtig ist und was du ausdrückst.

Es ist nicht deine Aufgabe andere zu belehren, was sie richtig oder falsch oder verwaschen machen. Es spielt keine Rolle (es muss nicht beurteilt werden). Dazu, was auch immer jemand anderer macht, wenn ihr nicht direkt damit zu tun habt oder betroffen seid, könnt ihr eure Meinung dazu bilden, die ihr in Rede oder Handlung ausdrücken könnt, aber sie muss nicht notwendigerweise geteilt werden. Weil, was willst du damit erreichen? Was willst du damit gewinnen, wenn du dich dazu ausdrückst? Manchmal kann es euch was bringen und es ist eine wertvolle Sache euch auszudrücken und Stellung zu nehmen. In anderen Situationen ist es kein Gewinn für euch, wenn ihr euch aktiv ausdrückt. Da ist es nur ein Ausdruck jemand anderen vor den Kopf zu stoßen. Ihr fühlt euch dabei unwohl, und das ist ein anderer Aspekt euch selbst gegenüber verantwortlich zu sein – euch selbst zu kennen, eure Energie, bewusst zu sein.

Das ist der Schlüssel: Bewusst zu sein, Selbstwahrnehmung, sich bewusst zu sein, was man ausdrückt, was man fühlt. Auch wenn ihr gerade keine Emotion wahrnehmt, was ist euer Körpergefühl in dem Moment? Fühlt ihr euch wohl? Seid ihr entspannt? Seid ihr verkrampft? Seid ihr geschmeidig? Fühlt ihr euch unwohl? Wollt ihr woanders sein? Diese Feststellungen beeinflussen eure ‚ja/nein‘ Entscheidungen sehr: Ich fühle mich gerade nicht wohl, ich bin angespannt und ich fühle mich in dieser Sache unpassend, der Ton hier stört mich – und der Ton kann die Stimmen der anderen sein. Vielleicht jammern die anderen und die Tonlage der Stimmen der anderen stört mich. Das ist in diesem Moment ein Aspekt der mein derzeitiges Unwohlsein hervorruft.

Aber wenn du das alles nicht erkennst, bringt dich das zum Ausdruck: ‚ja‘ zu Abschirmung und ‚nein‘ zu dir: Deswegen werde ich dir meine Meinung sagen, und das wird dich dazu bringen wegzugehen, weil du mich störst. Der Klang (deiner Stimme) stört mich, und ich drücke mich auf eine Art und Weise aus, die du nicht verstehst, oder die dich verwirrt, oder du mich für verrückt hältst, du wirst dich von mir fernhalten und ich erreiche was ich möchte. Ich werde mich wieder wohlfühlen.

Das sind die ‚ja‘ und ‚nein‘ über die ihr nicht nachdenkt, derer ihr euch nicht bewusst seid, um das zu erreichen was ihr möchtet. Aber erschafft ihr eure Realität damit bewusst und absichtlich? Fühlt ihr euch damit wirklich gut? Nein.

CAROLE: Ich fühlte mich besser, als sie den Mund hielt. (Gelächter)

ELIAS: Das kann ich mir vorstellen, unzweifelhaft, aber der Punkt ist was du fühlst und was du machst. Und danke für das Teilhaben an (deiner) Verletzlichkeit.

(Ausschnitt)

SANDRA: Jetzt beobachte ich meine Tochter wie sie auf ihr Baby aufpasst – ich mag da jetzt nicht abschweifen – aber es ist ein Jahr alt, und ich merke die natürliche Beharrlichkeit von dem Kleinen. Es schreit, es brüllt, es spuckt das Essen aus, aber diese Gefühle, und ich schau‘ mir das Ganze an. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Es ist interessant.

ELIAS: Also das ist noch ein Beispiel in Verbindung damit, was vorher schon erörtert wurde, dass jemand etwas sagt, mit dem du nicht einverstanden bist. Nun…

SANDRA: Ich habe das nicht einmal gewusst. Ich habe nur zugeschaut.

ELIAS: Genau, aber du hast das in der Art und Weise zum Ausdruck gebracht, dass das Kind eingeschränkt wurde und du damit nicht einverstanden bist was da passiert. Aber da ist ein anderer Faktor, unterschiedlich zu dem in dem Beispiel, wo dich etwas gestört hat und du es wegschieben wolltest und weggeschoben hast. Bei dem jetzigen Beispiel stört dich etwas aber du möchtest das ändern und es zulassen. Aber das Kind erzeugt seine eigene Realität, und dieses Kind von einem Jahr wurde mitten in das Geschehen des Wandels hineingeboren. Das wird aber nicht mehr lange so weitergehen; das Kind wird diese Einschränkungen nicht sehr lange hinnehmen.

SANDRA: Ich habe das auch teilweise so gesehen, wie du es beschrieben hast; ich habe kein Wort gesagt. Früher hätte ich gemeint: „Stephanie, lass‘ das Kleine doch“. Heute denke ich: andererseits hat das Kleine doch das Recht seine eigene Realität zu erzeugen, und da hat dann meine Tochter…

ELIAS: Genau.

SANDRA: … so habe ich es bleiben lassen. Da gab es nichts zu…

ELIAS: Aber anerkenne dich selbst. Das ist der Aspekt, den du vergessen hast. Anerkenne das ist dein Gefühl und das ist deine Richtlinie und das ist wichtig für dich. Das muss anerkannt werden und nicht weggeschoben oder ignoriert, das ist auch wichtig.

SANDRA: Aber der Gedanke, der Ausdruck, dass es nicht notwendig ist…

ELIAS: Genau.

SANDRA: …meiner Mutterrolle zu entsprechen, meinen Kindern zu erklären, wie man das machen muss. Das ist eine automatische Reaktion…

ELIAS: Ja.

SANDRA: …einzudringen, sich einzumischen. Okay, danke.
Sitzung 3253
October 25, 2014 (Group)

Gilla
Supraselbst
Supraselbst
Beiträge: 13015
Registriert: Di 11. Aug 2009, 20:49

Re: Elias: Richtlinien = guidelines

Beitrag von Gilla » Di 10. Mär 2020, 09:21

(Text bereits in anderen Threads vorhanden.)

ELIAS: Bei unserer Diskussion dieser neuen Wogen haben wir mit dem Identifizieren begonnen, und zwar größtenteils mit dem Identifizieren des ersten Aspektes dieser Woge, dem Ansprechen des Glaubenssatzsystems der Sinne. Seit Ankündigung dieser Woge haben wir den Aspekt der Sinne diskutiert und gesagt, wie sehr sie Einfluss ausüben, wie kompliziert und absolut sie sind, und dass sie Eure wesentlichen Assoziationsauslöser sind.

Wir haben mehrere Gespräche über dieses Thema geführt. Erinnert Euch daran, dass ich Euch bei Einführung dieser neuen Woge sagte, dass - anders als bei früheren Wogen - mit dieser nun zwei Glaubenssatzsysteme angesprochen werden. Diese Woge betrifft die Sinne sowie das Erschaffen und das Universum.

Diesen zweiten Aspekt dieser Wogen haben wir noch nicht besprochen. Als diese Welle anfing, waren die meisten von Euch noch nicht dazu bereit, Informationen über diesen Aspekt „Erschaffen und das Universum“ zu ihren Erfahrungen hinzufügen. Ihr habt nun genug Zeit gehabt, um die gegenwärtige Woge zu erleben, auf die Sinne Acht zu geben und mit dem Umschalten voranzugehen. Und viele von Euch fangen nun an, den zweiten Aspekt dieser speziellen Woge zu erleben.

Bei diesen Bewusstseinswogen und der Umschaltung geht es darum, Euch Wege zu offerieren, um Euch Eurer selbst mehr gewahr zu werden. Ein großer Prozess, den Ihr bei Eurem Umschalten anheuert, ist es, Euch der Identitätsunterschiede zwischen Anhängseln und Eurem echten/wahren Selbst gewahr zu werden und zu erkennen, was Euer echtes Selbst ist und wer Ihr als dieses echte Selbst, ohne Eure Euch vertrauten Anhängsel seid, über die Ihr Euch bislang definiert habt in Beziehung zu dem, wer Ihr seid.

Wie schon früher besprochen, sind Anhängsel/Anhaftungen keine Äußerungen, die Ihr unbedingt eliminieren würdet, denn mit manchen Kapazitäten dienen sie einem Zweck. Wir haben das Anhängsel Unabhängigkeit genannt und gesagt, dass es bei diesem Anhängsel Einflüsse gibt, die Euch hinderlich sein können, aber dass es da auch andere Einflüsse gibt, die Ihr vielleicht weiterhin anheuern wollt, und dass Ihr bestimmte Aspekte dieses speziellen Anhängsels tatsächlich wertschätzt, wie das bei allen Euren Anhängseln der Fall ist. Es geht darum, diese Anhängsel zu erkennen und somit eine neue Fähigkeit zu generieren, um über solche Anhaftungen hinaus zu blicken, welche Euer wahres Selbst abdecken, ähnlich wie dies ein Schneckenhaus tut.

Die Schnecke generiert eine Schale, die einem wichtigen Zweck dient, aber ist die Schale eine echte Essenz der Schnecke? Nein. Eine Schnecke lebt innerhalb der Schranken des Hauses und nutzt dieses als Schutz und auch für Vorräte. Insofern nutzt das Haus der Schnecke, aber innerhalb der Schale ist die Schnecke sehr weich und verletzlich.

In Euch selbst inkorporiert Ihr die Essenz Eurerselbst, die Euer echtes Selbst ist, die von der Anhängsel-Hülle überdeckt wird. Anhängsel haben ihren Verwendungszweck, aber haltet sie nicht für Eure Identität, denn das sind sie nicht. Sie sind nicht das, wer Ihr seid. Sie mögen Einfluss auf das ausüben, was Ihr äußert oder tut, aber sie sind nicht das, wer Ihr seid.

Ihr geht in eine neue Richtung, in ein neues Zeitalter des Entdeckens und des Äußerns Eures echten Selbst. Insofern werdet Ihr Euch nach und nach einiger signifikanter Veränderungen gewahr werden, und bei unserem Gespräch geht es darum, Euch Klarheit über diese Veränderungen zu verschaffen, damit Ihr sie leichter identifizieren und leichter durch sie hindurchgehen könnt.

Eine sehr signifikante Veränderung ereignet sich, und zwar bezüglich der Leidenschaft, die von Eurem wahren Selbst anders geäußert wird. Bislang wurde in Eurer Realität – und hier meine ich nicht nur Euch, die Ihr hier zugegen seid, sondern die menschliche Spezies im Verlauf ihrer Geschichte – Leidenschaft durch Ziele im Draußen motiviert, durch das, wonach Ihr strebt, was Ihr zu tun bestrebt seid, wie Ihr Euch motiviert, noch weiter zu gehen, ganz gleich, was es auch sein mag.

Eine Leidenschaft teilt Ihr alle irgendwann in Eurer Existenz in dieser physischen Realität, die Ihr ganz offensichtlich als sexuell identifiziert. Ihr versteht sexuelle Energie und sexuelle Leidenschaft und wisst, was das ist und wie sich dies anfühlt und denkt vielleicht, dass sie nicht von Zielen motiviert ist, aber das ist sie doch.

Selbst wenn Ihr die sexuelle Aktivität mit Euch selbst oder einem anderen vornehmt, ist sie immer zielorientiert. Ihr strebt nach einem bestimmten Endergebnis, nach einem bestimmten Gefühl und einer bestimmten Empfindung. Und insofern wird das Ziel durch das definiert, was Ihr nicht schon besitzt. Selbst bei einer einfachen Leidenschaft wie der sexuellen Energie strebt Ihr nicht nach etwas, was Ihr bereits besitzt. Ihr besitzt nicht bereits einen Klimax, weshalb Ihr danach strebt, ihn zu äußern, zu erleben und zu fühlen. Das ist ein einfaches, offensichtliches Beispiel.

Selbst Eure heiligsten Mönche und Priester, die alle physischen Anhaftungen verleugnen, sind zielorientiert. Sie streben nach Nirwana, nach Erleuchtung oder dem Himmel. Das ist eine Äußerung, die Ihr für Eure Spezies im Verlauf Eurer Geschichte entwickelt habt. Ihr strebt immer nach etwas, von dem Ihr wahrnehmt, dass Ihr dies nicht bereits besitzt.

Nun ereignet sich ein Wandel, etwas völlig anderes und Immenses. Durch Euer Erkennen des echten Selbst, und wenn Ihr das echte Selbst seid und Euch aus diesem Seinszustand heraus äußert, wisst Ihr, dass Ihr bereits alles besitzt. Deshalb sind Leidenschaft und Motivation nicht zielorientiert, und die Leidenschaft wird dann völlig anders generiert. Es geht nicht um das Erlangen von etwas, was Ihr nicht habt, nicht besitzt oder noch nicht geäußert habt. Es geht um den Handgriff (movement) und die Auswahlmöglichkeiten, jedwede Leidenschaft auf eine neue oder auf welche auch immer von Euch gewählte Weise zu äußern. Es geht darum, dass die Leidenschaft in einer ganz anderen Kapazität bereits existiert. Sie wird geäußert, und dies ebenfalls in einer ganz anderen Kapazität. Das ist Erschaffen und Schöpfung, und das ist Euer Universum.

Die Erschaffensformel ist sehr einfach, und sie ist die Grundlage Eures echten Selbst. Die Formel umfasst drei Bestandteile: Ihr projiziert Energie, Ihr reflektiert Energie und entweder reagiert Ihr auf diese Reflektion oder Ihr trefft eine Wahl in Bezug auf die Reflektion. Das ist die Formel und die Grundlage Eures wahren Selbst. Das ist das andere Glaubenssatzsystem, das andere Erschaffen und Euer Universum. Denn Euer ganzes Universum entsprang einem jedem von Euch, individuell und verschieden, in der Konfiguration zwar ähnlich, aber doch nicht ganz gleich. Und jede Äußerung Eures Universum wurde schon lange bevor Ihr sie zu sehen bekommt durch das projiziert, was Ihr zu zuvor als Energie projiziert habt.

Das ist äußerst wichtig, weil es die Art und Weise ist, wie Ihr Eure Realität erschafft. Wenn Ihr das Geheimnis wissen wollt, wie Ihr Eure Realität erschafft, so ist das die Formel dafür. Und der schwierigste Aspekt bei dieser Formel ist die Projektion oder vielmehr die Erkenntnis Eurer Projektion. Projizieren ist einfach, das tut Ihr andauernd. In jedem Augenblick projiziert Ihr Energie. Es ist aber nicht ganz so leicht für Euch, zu erkennen, welche Art von Energie Ihr projiziert, weil Euch das Erkennen dieser Energie nicht vertraut ist. Doch es ist nicht vor Euch verborgen, denn Ihr habt dieses herrliche Design in Eurer Realität erschaffen, dass Ihr Euch das, was Ihr projiziert, auch spiegelt, und deshalb befindet sich die Reflektion von dem, was Ihr tut, vor Euren Augen. Wie sehr Ihr auf diese Reflektion achtet, das wiederum ist zweifelhaft. Das, was Ihr mit diese Reflektion macht, das ist jener verzwickte Aspekt, denn was Ihr im Allgemeinen mit den meisten Reflektionen anstellt, das ist, auf sie zu reagieren.

Lasst mich dies bitte klarstellen. Sehr oft sind Eure Reaktionen nicht unbedingt das, was Ihr als schlecht wahrnehmen würdet. Es sind automatische Reaktionen.

Ein Beispiel. Wenn Ihr eine kurze Strecke zu einem Bestimmungsort zurücklegen wollt und wählt, mit einem Fahrzeug zu fahren, einem Auto oder mit dem Zug, das spielt keine Rolle, habt Ihr schon vor Verlassen Eures Zuhause Energie projiziert, um eine Interaktion mit Eurem Transportmodus zu konfigurieren. Wenn Ihr mit dem Auto fahren wollt, wird dieses physisch an der von Euch erwarteten Stelle sein. Wenn Ihr einsteigt, den Schlüssel ins Zündschloss steckt und ihm umdreht, wird die Maschine größtenteils das tun, was Ihr von ihr erwartet, denn Ihr habt bereits Energie projiziert, damit diese Prozesse geschehen. Sobald das Auto das reflektiert, was Ihr projiziert habt, reagiert Ihr, indem Ihr das Auto fahrt. Das sind Reaktionen. Ihr seid Euch nicht objektiv und vorsätzlich gewahr, dass Ihr wählt, das Fahrzeug anzuheuern sondern tut das einfach. Ihr reagiert hinsichtlich des Fahrzeugs auf Eure Sinne, auf die von Euch projizierte Energie und auf die vorhandene Spiegelung.

Verändern wir dieses einfache Beispiel nun ein wenig. Ihr verlasst Euer Zuhause, geht zu Eurem Auto, steigt ein, steckt den Schlüssel ins Zündschloss, doch er startet die Maschine nicht und generiert einen befremdlichen Ton. Jetzt liegt Ihr gefühlsmäßig im Streit und seid verwirrt und reagiert wieder, aber auf andere Weis. Jetzt reagiert Ihr mit Frust, Verärgerung oder Verwirrung und fangt zu denken an, stellt Euch Euren Bestimmungsort vor und den Zeitrahmen und fangt an, noch sehr viele andere Ideen und Gefühle miteinzubeziehen, die Eure Energie noch mehr verändern. Ihr hattet bereits eine Energie projiziert, die eine Art von Erregung mit einschloss und sich auf die Reflektion so auswirkte, dass eine Fehlfunktion des Autos angeheuert wurde, das habt Ihr bereits projiziert. Nun verkompliziert Ihr das noch weiter und fangt an, eine noch aufgeregtere Energie zu projizieren, und wahrscheinlich wird von da an Euer Tag beachtliche Herausforderungen enthalten, oder viele kleine Herausforderungen, aber es wird eine Serie davon geben, weil Ihr bereits diese Energie der Unzufriedenheit projiziert.

Werdet Ihr Euch nun an diesem Tag fragen und dies wie folgt untersuchen: „Meine erste Spiegelung war die Sache mit dem Auto, das nicht auf die erwartete Weise funktionierte. Was habe ich getan, bevor ich das Auto angeheuert habe?“ Im Allgemeinen tut Ihr das nicht. Gewöhnlich macht Ihr so mit Eurem Tag weiter und begegnet weiterhin jeder Spiegelung auf eine Weise, die irgendeine Art von Aufregung mit einschließt.

Diese Formeln könnt Ihr vom einen oder auch vom anderen Ende aus angehen, und das ist das Schöne an dieser Formeln. Ihr könnt Sie vom Ende hin zum Anfang angehen oder vom Anfang hin zum Ende. Ihr könnt auf Eure Reaktionen achten und einschätzen, worauf Ihr bei dieser Reflektion reagiert und somit das evaluieren, was Ihr projiziert habt und was folglich diese Spiegelung erschuf. Oder Ihr könnt die Formel aus der anderen Richtung angehen und auf das Acht geben, was Ihr tut und projiziert und deshalb von der Reflektion nicht überrascht werden und stattdessen wählen, was Ihr bezüglich der Reflektion tut.

Das Achtgeben auf die von Euch projizierte Art der Energie umfasst zwei Bestandteile. Es geht darum, auf das zu achten, was Ihr tut und was Ihr momentan fühlt, und keines von Beiden exklusiv. Wenn Ihr nur auf das Acht gebt, was Ihr fühlt, werdet Ihr Euch wahrscheinlich eine Fehlinformation offerieren. Und wenn Ihr nur auf das Acht gebt, was Ihr tut, werdet Ihr Euch wahrscheinlich ebenfalls eine Fehlinformation liefern. Nur die Kombination beider Äußerungen offeriert Euch eine akkurate Information bezüglich dessen, was Eure Energie tut.

Bei dem, was Ihr fühlt, gibt es wiederum zwei Aspekte. Es gibt das, was Ihr jetzt in diesem Augenblick bezüglich dessen fühlt, was lhr physisch tut. Und welches ist das noch tiefere Gefühl? Was ist das sich ereignende und andauernde Gefühl? Dieses hängt direkt mit Assoziationen zusammen.

In unserer letzten Gruppensitzung habe ich Euch erklärt, dass zwischen den Gefühlen im Jetzt (now feelings) und den Alsdann-Gefühlen (then feelings) ein Unterschied besteht. Alsdann-Gefühle – then feelings - sind die, die Assoziationen begleiten. Und die Assoziationen bei einigen Alsdann-Gefühlen sind anders als andere Assoziationen, und darüber haben wir gesprochen.

In der Zeit von der Geburt bis Ende der Jugendphase (adolescence) generiert Ihr Assoziationen und Erfahrungen auf andere Weise als Ihr dies in Eurer restlichen Fokus-Existenz tut, weil Ihr in diesem Alter noch keine Anhängsel/Anhaftungen erschaffen habt. Da Ihr noch keine Anhängsel habt, generiert Ihr mehr aus der Perspektive des wahren Selbst heraus. Ihr alle seid mit Heranwachsenden und damit, wie schwierig sie Eurer Wahrnehmung nach sein können, vertraut. Und wenn Ihr keinen Heranwachsenden begegnet seid, kennt Ihr Euch selbst in diesem Alter mit allen Eigenschaften, die Heranwachsenden zugeschrieben werden. Als Heranwachsender seid Ihr an einem Punkt Euer Existenz, wo Ihr Euch dem Entwickeln und Annehmen solcher Anhängsel nähert, aber Ihr habt es noch nicht getan. Deshalb sind Individuen in diesem Alter so unbeständig und äußern eine solch starke Gefühlsintensität und versuchen verzweifelt, so zu funktionieren und sich so zu verhalten, als ob sie bereits Anhängsel hätten. Sie kommen diesen näher, aber sie haben sie noch nicht entwickelt.

In all diesen Jugend-Jahren Eurer Existenz äußert sich Euer Köperbewusstseins-Mechanismus auf eine offensichtlichere und intensivere Weise, um eine Warnung oder Bedrohung zu äußern, denn Ihr seid noch die kleine Schnecke ohne Schneckenhaus, weshalb jede Gefahr als schwerwiegender angesehen wird als wenn bereits ein Schneckenhaus vorhanden wäre. Diese Erfahrungen, Erinnerungen und Assoziationen werden im Körperbewusstsein anders aufbewahrt als andere Assoziationen. Sie werden an der Oberfläche aufbewahrt und somit leicht ausgelöst. Unabhängig davon, ob Ihr Euch objektiv an die Assoziationen oder Erfahrungen erinnert oder nicht, wird die Erinnerung im Körperbewusstsein sehr an der Oberfläche aufbewahrt, was Verletzlichkeit erschafft.

Wenn Ihr Erfahrungen generiert, noch bevor Ihr Anhängsel entwickelt habt, nehmt Ihr diese Assoziationen mit. Und sie werden sehr leicht ausgelöst. Und während Eures ganzen Lebens werden sie wiederholt und in beträchtlichem Maße ausgelöst. Und eine der signifikantesten Methoden, größtenteils die einzige Art und Weise, wie diese ausgelöst werden, geschieht über Eure Sinne, über irgendeinen Eurer Sinne. Eure Sinne liefern Euch in jedem Augenblick Eurer Existenz Informationen. Ganz gleich ob Ihr wach seid oder ob Ihr schlaft, liefern Euch Eure Sinne Informationen. Und diese Informationen lösen die an der Oberfläche aufbewahrten Erinnerungen aus. Nochmal, ganz gleich ob Ihr Euch objektiv an sie erinnert oder nicht, so werden sie doch ausgelöst.

Insofern beeinflussen sie das Wie und das Was auch immer Ihr in Eurer Realität erschafft. Dies ist der zweifache Aspekt der Formel im Hinblick auf das, was Ihr fühlt. Da gibt es einmal das, was Ihr jetzt bezüglich dessen fühlt, was Ihr jetzt tut, aber mit eingeschlossen ist auch das, was Ihr hinsichtlich sehr präsenter alter Assoziationen fühlt. Wenn Ihr evaluiert, welche Art von Energie Ihr projiziert, ist das die Art und Weise, auf das zu achten, was Ihr sowohl draußen als auch im Inneren tut. Das was Ihr im Inneren tut, ist das, was Ihr fühlt und anheuert und nicht unbedingt das, was Ihr denkt. Denken kann bezüglich von Gefühlen sehr verfälschend sein. Denken ist ein Übersetzungsmechanismus. Beim Übersetzen sucht er immer nach Informationen, um diese zu übersetzen. Wenn keine neuen Informationen da sind, wird er nach alten Informationen suchen, um diese zu übersetzen und sie zu wiederholen. Deshalb mag Denken in Beziehung zu dem, was Ihr tatsächlich tut, nicht akkurat sein.

Doch die Gefühle sind sehr real, und sie mögen nicht offensichtlich und auch nicht extrem sein. Sie können sehr subtil sein, aber sie sind präsent und existieren. Auf die Gefühle zu achten, das ist ein wichtiger Teil, um das zu evaluieren, welche Art von Energie Ihr im Augenblickgeneriert und um zu erkennen, was Ihr in Eurer Realität beeinflusst und am Erschaffen seid.

Ein weiterer Faktor und Teil des sich Äußerns aus dem echte Selbst heraus ist das Wegfallenlassen dieser Äußerung von Trennung, die Ihr automatisch zwischen dem vornehmt, was außerhalb und was innerhalb von Euch ist. Es gibt keine Trennung zwischen dem, was Ihr projiziert und dem, was Ihr spiegelt. Deshalb gibt es auch keine Trennung zwischen dem, was außerhalb von Euch ist und dem, was Ihr in Eurem Inneren tut. Das ist eine signifikante Veränderung, die für Euch sehr herausfordernd sein kann, denn Ihr seid es gewohnt, alles, was auch immer außerhalb von Euch ist, als draußen und anders und nicht als dasselbe anzusehen, was auch in Eurem Inneren ist. Und es ist nicht anders. Es ist bloß die physische Projektion von dem, was Ihr tut, was Ihr äußert und von dem, was auch immer Ihr unmittelbar in Eurer Realität anheuert, ganz gleich, was auch immer es sein mag.

Bevor Ihr diesen Raum, in dem Ihr jetzt seid, betreten habt, hat jeder von Euch bereits Energie projiziert, um dieses Zimmer zu konfigurieren, und Ihr habt es personalisiert und mit Eurer Unterschrift versehen. Deshalb reflektiert es in jedem winzigen Detail, bis hin zu jedem Faden im Teppich, jeder Holzmaserung und jedem anderen Aspekt genau das Zimmer, das Ihr persönlich beim Erschaffen der Reflektion von dem, was Ihr projiziert habt, detailliert konfiguriert habt.

Diesen von Euch eingenommenen Raum, den jeder von Euch persönlich erschaffen hat, umgeben auf gleiche Weise noch viele andere Strukturen, Gebäude und andere Manifestationskonfigurationen, und Ihr seid Euch ihrer bewusst. Sie existieren. Ob Ihr auf sie Acht gebt oder nicht, so existieren sie doch.

Aber sie sind – bildlich gesprochen - etwas verschwommen. Sie existieren, aber sie sind die Peripherie, da Ihr sie nicht persönlich anheuert. Deshalb ist es unnötig, dass Ihr ganz ausführlich damit beschäftigt seid. Ihr mögt in Eurer Realität eine Gebäudefassade erschaffen und nicht unbedingt die detaillierte Energie von dem, was im Inneren dieses Gebäude vorhanden ist, projizieren. Das Gebäude existiert in Eurer Realität, aber es ist weniger detailliert als das, was Ihr tatsächlich physisch anheuert.

Doch die physische Manifestation, beispielsweise dieses Zimmer, wurde bereits geschaffen, bevor Ihr überhaupt angekommen seid. Ihr habt die Energie schon projiziert, und ob Ihr an deren Auftauchen gedacht habt oder auch nicht, das spielt keine Rolle. Ihr habt die Energie zum Erschaffen dieses Raums und jedes winzigen Details des Gebäudes so effektiv und effizient projiziert, dass bereits alles bei Eurem Hereinkommen ausgeformt ist. Und es spielt keine Rolle, ob Ihr persönlich einen Aspekt Eurer Realität an einem physischen Ort, oder ein Bild oder einen Song anheuert. Ihr heuert dies in diesem Augenblick persönlich an, und deshalb habt Ihr seine Geschichte und Konfiguration erschaffen, das, was es ist, wie es aussieht und was darin geschieht, dies alles habt Ihr erschaffen. Es gibt keine Trennung zwischen dem, was außerhalb von Euch ist und was in Eurem Inneren ist.

Ja, Ihr interagiert mit Anderen, Ihr seid alle miteinander verbunden, und jeder von Euch generiert seine eigenen Auswahlmöglichkeiten, und Ihr erschafft nicht die Realitäten Anderer, aber Ihr erschafft das Bildnis von jedem anderen Individuum in diesem Zimmer. Ihr erschafft sie nicht, aber Ihr erschafft Euer eigenes Bild und Eure Version von ihnen. Und ja, sie interagieren mit Euch. Aber Ihr habt bereits eine Energie projiziert, um spezifisch diese Individuen statt 50 Anderer in Eure Interaktion miteinzubeziehen.

Ihr habt diese Individuen spezifisch für die Interaktion zwischen ihnen und Euch angezogen. Ihr könnt zwischen Milliarden von Leuten wählen, und Ihr habt diese hier gewählt, einen jeden von ihnen. Ihr habt eine Energie projiziert und habt wie ein Magnet die passenden Energien angezogen, in diesem Falle die Anwesenden. In all ihrer Verschiedenheit und all ihren Äußerungen und ihren unterschiedlichen Formen entsprechen sie dem, was Ihr projiziert habt, und deshalb sind sie anwesend, weil Ihr sie angezogen habt.

Es gibt keinen einzigen Aspekt Eurer Realität, den Ihr nicht bereits projiziert habt, noch bevor Ihr ihn anheuert. Das ist Erschaffen, so geht und funktioniert das. Und das tut Ihr, ohne auch nur darüber nachzudenken. Ihr tut dies ganz leicht und automatisch. Es ist nicht schwierig. Habt Ihr in Euerm Inneren an jedes Individuum in diesem Raum gedacht, und jede einzelne Form visualisiert? Nein. War es mühsam für Euch, all diese verschiedenen Individuen zu erschaffen? War es mühsam, das Gebäude zu erschaffen? Nein, Ihr habt es einfach getan. Und ich höre so oft, wie schwierig es ist, Eure Realität zu erschaffen! (Gelächter) Doch das tut Ihr andauernd, mühelos und ohne darüber nachzudenken. „Wie schwierig ist es doch, das zu erschaffen, was ich in meiner Realität haben möchte!“ Benutzt doch Eure eigenen Beispiele. Wie leicht fällt es Euch, Unerwünschtes zu erschaffen. Das erschafft Ihr leichthin und sehr kraftvoll. Manchmal mögt Ihr Euch sogar elend fühlen wegen dem, was Ihr mühelos und ohne Nachdenken erschaffen habt und doch nicht haben wollt. Erwünschtes könnt Ihr ebenso leicht erschaffen und mit ebenso wenig Nachdenken. Es geht bloß darum, Euch dessen bewusst zu sein, was Ihr tut und darauf Acht zu geben, was Ihr äußert. Das ist der Schlüssel.

Ein weiterer vom echten Selbst geäußerter Faktor im Erschaffen Eurer Realität und eine signifikante Veränderung ist die Erkenntnis, dass alles, was Ihr tut, tatsächlich eine Wahl/Entscheidung/Auswahl ist. Eine Wahl ist nicht unbedingt besser als die andere, wenn sie das zustande bringt, was Ihr zu erleben wünscht. Eure Glaubenssätze, Erfahrungen und Assoziationen gestalten die Idee von dem, was eine bessere Erfahrung und was keine bessere Erfahrung ist. Welche Wahl ist die Bessere, um Erwünschtes zustande zu bringen, und welche Wahl ist nicht besonders gut? In Wirklichkeit ist das egal. Eine Wahl bleibt eine Wahl, und wenn sie das zustande bringt, was Ihr wollt, spielt es keine Rolle. Es sind Eure Richtlinien, die entscheiden, ob Eure Wahl gut oder schlecht wäre.

Ich plädiere nicht für Anarchie, aber ich sage Euch, dass viele dieser rigiden Vorstellungen von dem, was Ihr als besser oder als schlechter erachtet, keine Äußerung aus dem echten Selbst heraus und darüber hinaus auch sehr verschwommen sind und nicht aus jener Perspektive heraus arbeiten. Bei der Äußerung aus dem echten Selbst heraus kümmert Ihr Euch nicht um das, was richtig oder falsch wäre, oder was Ihr tun oder nicht tun sollt, denn das wäre zielorientiert. Dann kümmert Ihr Euch mehr um das, wer Ihr seid und was Ihr zu äußern wünscht und darum, wie Ihr Euch in irgendeiner Kapazität äußern wollt. „Was interessiert mich? Worauf bin ich neugierig? Was möchte ich erforschen?“

Erkunden/Erforschen ist im allgemeine kein Evaluieren ob etwas richtig oder falsch ist sondern eine Erkundung. Ihr entdeckt. Wie könntet Ihr einschätzen, was richtig oder was falsch ist, wenn Ihr nicht wisst, was es ist? Wenn Ihr am Entdecken seid, habt Ihr noch keine Assoziationen generiert. Was ist eine Assoziation? Das Evaluieren einer Erfahrung, die ein Werturteil über gut oder schlecht beinhaltet. Ist diese Erfahrung gut oder ist sie schlecht, angenehm oder unangenehm? Das ist eine Assoziation. Ihr habt keine Assoziationen für etwas, was Ihr noch nicht erlebt habt. Es ist neu und eine Entdeckung für Euch. Das ist die Perspektive des echten Selbst, nämlich das Neue, sogar in dem, was bekannt ist. Das Neue ist immer eine Expansion.


Session 3074
Saturday, October 22, 2011 (Group/Brattleboro, Vermont)

Gilla
Supraselbst
Supraselbst
Beiträge: 13015
Registriert: Di 11. Aug 2009, 20:49

Re: Elias: Richtlinien = guidelines

Beitrag von Gilla » Di 10. Mär 2020, 09:39

(Text bereits in anderen Threads vorhanden.)

ELIAS: Heute werden wir unsere Gespräche über die derzeitige religiöse Bewusstseinswoge fortsetzen und uns über unterschiedliche religiöse Glaubenssätze unterhalten, die Ihr vielleicht alle individuell identifizieren werdet, sowie über die „Konstrukte“, die um diese Glaubenssätze herum entwickelt werden.

Diese bestimmte Woge mag etwas mehr Unruhe erschaffen als ihre Vorgänger, denn unter allen Glaubenssatzsystemen oder den ihnen innewohnenden Glaubenssätzen bezieht dieses System die meisten Glaubenssätze mit ein, um die herum „Konstrukte“ entwickelt wurden.

Ein Konstrukt ist ein Zusatz zu oder ein Anhängsel an den Glaubenssatz selbst, was sozusagen eine Art Richtlinie erschafft, an die Ihr Euch im Allgemeinen automatisch haltet. Ohne darüber nachzudenken, akzeptiert Ihr einfach diese Konstrukte und äußert sie, und sie beeinflussen Eure Verhaltensweisen und Entscheidungen sehr und können in vielerlei Hinsicht einschränkend sein oder Konflikte erschaffen.

Was das religiöse Glaubenssatzsystem anbelangt, erinnert Euch daran, dass es dabei nicht unbedingt um Religion geht, die nur ein kleiner Aspekt des religiösen Glaubenssatzsystems ist. Religiöse Glaubenssätze inkorporiert Ihr im allgemeinen in Verbindung mit Duplizität, und sie definieren „richtige und falsche“ Handlungen und Entscheidungen, die zu unterschiedlichen Themen bekunden, was sie als gut oder schlecht identifizieren (eindringlich), sowie wer und was Ihr seid, wie Ihr Euch selbst äußert und wer und was Ihr seid.

Dies involviert auch Eure Selbstwahrnehmung in Eurer Welt, was sich in das Konstrukt der “Religionen” ergießt, die als offensichtliche Konstrukte um religiöse Glaubenssätze herum erschaffen wurden. Religiöse Glaubenssätze befassen sich mit Unbekanntem und mit „Euren“ Erklärungen für das, was dieses Unbekannte ist. Deshalb erschafft Ihr Gott, Engel, Führer, höhere Wesen und höhere Selbst. Sie alle sind Teil der Konstrukte religiöser Glaubenssätze und davon, wie diese Eure Verhaltensweisen, Entscheidungen und Richtungen beeinflussen. Wenn Ihr lediglich den Glaubenssatz selbst anheuern würdet, wäre das nicht unbedingt ebenso kompliziert wie das, wozu das Konstrukt ihn entwickelt.

In der letzten Gruppensitzung sprachen wir über die Sexualität und die sexuelle Energie, über die Äußerungen sexueller Interaktionen und Gepflogenheiten und die Bewegung von Individuen und Gruppen während der letzten 100 Jahre und wie das Eure Äußerung der Sexualität und die tatsächlichen physische Manifestationen beeinflusst hat.

Wir sprachen auch über Zetazeen (Walartige) als Essenz und den Unterschied zwischen dem, wie Ihr Euch als Menschen und wie sie sich äußern, denn diese partizipieren ebenfalls als Essenzen an Eurer physischen Realität und halten sich an die Blaupause Eurer Realität, was Glaubenssatzsysteme – Glaubenssätze – mit einschließt, weshalb sie ebenfalls Glaubenssätze inkorporieren, welche ihre Verhaltensweisen und Entscheidungen beeinflussen. Aber sie inkorporieren nicht die von Euch in Eurer Gesellschaft und Euren gegenseitigen Interaktionen inkorporierten Konstrukte, die Ihr um Glaubenssätze herum entwickelt habt.

Diese Konstrukte haben sich über die Jahrhunderte aufgebaut. Und obwohl Ihr Euch selbst als moderne, erleuchtete und wissende Individuen seht, was Ihr auch seid, fahrt Ihr auch in dieser Zeit noch damit fort, an vielen solchen Glaubenssatz-Konstrukten und an dem festzuhalten, wie diese Euch beeinflussen, was Schwierigkeiten untereinander und für Euch selbst erschafft und zu Konflikten führen kann.

Ein einfaches Beispiel für einen Glaubenssatz und das diesen umgebende Konstrukt wären Beziehungen und der Glaubenssatz der Monogamie. Der Glaubenssatz der Monogamie gehört zu den religiösen Glaubenssatzsystemen.

Einfach ausgedrückt ist Monogamie die Idee, dass Individuen sich paaren und eine Partnerschaft bilden. Punktum. Das ist der Glaubenssatz der Monogamie. Nicht dass Ihr ausschließlich mit nur diesem einen Individuum sexuelle Aktivitäten anheuert, nicht dass Ihr ausschließlich mit diesem einen Individuum in bestimmten Beziehungsarten interagieren werdet, sondern dass Ihr dieses eine Individuum als einen “Partner” wählt und eine Partnerschaft mit ihm anheuert, was auch das Inkorporieren einer Familie mit diesem Individuum miteinschließen kann oder auch nicht.

Um diesen simplen Glaubenssatz herum habt Ihr sehr viele „Konstrukte“ entwickelt, dass dieses Individuum immerdar der primäre Schwerpunkt Eurer Aufmerksamkeit sein wird, dass Ihr nur mit ihm und niemand sonst sexuell interagieren werdet, dass Ihr alle von Euch als wichtig erachteten Entscheidungen in einer gemeinsam verbundenen Handlung mit ihm anheuern und diesem Individuum verpflichtet sein werdet, und diese Verpflichtung (commitment) inkorporiert noch sehr viel mehr Konsequenzen und Ideen über das, was Verpflichtung bedeutet und wie diese geäußert werden sollte, und Ihr generiert Erwartungs-Konstrukte, wie die Verhaltensweisen zwischen diesen beiden Individuen sein sollen, wenn Ihr wählst, monogam zu sein. Monogamie ist ein Glaubenssatz, der die Partnerschaft definiert, aber nicht alle diese anderen Konstrukte, die Ihr drum herum entwickelt habt.

Das heißt nicht, dass Ihr nicht mit vielen dieser Konstrukte einverstanden sein könnt, aber es ist wichtig, den Unterschied zwischen einem Glaubenssatz und den sie umgebenden, Euch beeinflussenden Konstrukten zu verstehen, denn auch das formt Eure Meinungen und führt Euch in die Richtung der richtig und falsch Annahmen. Wer hat Recht, und wer ist im Unrecht? Was ist richtig, und was ist falsch? Damit werden Eure Äußerungen sehr absolut, was das Annehmen blockiert, und das zu verstehen ist wichtig.

Der andere Aspekt, den wir heute besprechen werden, ist das wieder zu definieren, was Ihr in dieser Umschaltung tut – wohin Ihr Euch umschaltet – denn es mag beachtliche Entstellungen bezüglich von dem geben, was Individuen denken, dass diese Umschaltung sein und was sie nicht sein sollte.

Ich bitte Euch alle einen Augenblick lang an einen Glaubenssatz zu denken, den Ihr als religiös identifiziert, damit wir erforschen können, welches Konstrukt diesen religiösen Glaubenssatz umgibt. Was habt Ihr über den Glaubenssatz hinaus entwickelt, oder könnt Ihr sogar identifizieren, was religiöse Glaubenssätze sind?

ANN: Ich bin mir nicht sicher, welcher Glaubenssatz es ist, aber ich glaube - allerdings immer weniger - dass wenn mich jemand für eine Arbeit bezahlt, die Arbeit für mich primär wird und ich seinen Wünschen den Vorrang vor meinen Wünschen geben muss, um einen Job zu haben, weil ich die Arbeit so ausführen muss, wie der Arbeitgeber das getan haben will. Ich spiele damit herum, mich selbst vorrangig zu machen, aber dies ist ein Glaubenssatz.

ELIAS: Das ist ausgezeichnet, denn es geht sehr in Richtung von Handel und Austausch und bestimmt auch die Positionen. Positionen – Kasten - gehören zum religiösen Glaubenssatzsystem über die Position, die Ihr entweder in der Gesellschaft oder in Bezug auf irgendein anderes Individuum einnehmt, ob das in der Form der von Euch geäußerten Rollen ist. Rollen gehören auch zu diesem Glaubenssatzsystem, wie als Freund, Mutter Tochter, Sohn, Vater, alle diese von Euch gespielten Rollen und deren Positionen.

Das betrifft auch die Position des Individuums, das einen Dienst leistet, sowie die des Individuums, das dafür zahlt. Das ist ein Austausch. Das ist der Glaubenssatz des Austausches, und ohne alle diese Konstrukte war dies eine Handlung auf Gegenseitigkeit in gleichem Maße, eine Übereinkunft, die Individuum generieren, dass beide Handlungen sich entsprechen werden. Ihr habt das in das System des Geldaustauschs hinein entwickelt, wieviel Geld dem Wert einer Handlung entspricht, die generiert wird, also auch ein Austausch auf Gegenseitigkeit.

Nochmals, der Glaubenssatz des Austauschs ist der, dass eine Handlung in gleichem Ausmaß einer anderen entspricht. Punktum. Nicht dass Ihr einem anderen Individuum gegenüber verpflichtet wärt oder zu ihm aufschaut, und auch nicht, dass ein Anderer eine höhere Position innehätte als Ihr sie habt, und nicht dass man von Euch erwartet, dass Ihr Euch vom Anderen Vorschriften machen lasst. Das alles sind Konstrukte, die den Glaubenssatz des Austauschs umgeben. Es sind Bedingungen, dass der Austausch mit dem Zusatz all dieser verschiedenen Bedingungen generiert werden kann, dass ein Individuum Vorschriften machen und das andere sich diesen fügen muss.

Ich will eine Schnitzerei kaufen. Du bist der Holzschnitzer und musst sie auf die von mir gewählte und vorgeschriebene Weise herstellen. Nein, das ist nicht der Glaubenssatz des Austauschs sondern das diesen umgebende Konstrukt. Es sind die Bedingungen, die Ihr bezüglich des Austauschs entwickelt habt, womit Ihr auch weitere Trennungsäußerungen erschafft. Das ist ein wichtiger Faktor, denn bei vielen, aber nicht allen von Euch entwickelte Konstrukten ist Trennung ein Faktor: Ihr erschafft noch mehr Trennung.

Der maßgebliche Vorgang dieser Bewusstseinsumschaltung ist, wie schon früher gesagt, dass sie einen Aspekt der Blaupause Eurer Realität verändert, der Getrenntsein involviert, und das macht die Umschaltung zu einem “Meister-Quellenereignis”. Ihr seid im Verlauf Eurer Geschichte vorangegangen und habt immer mehr Getrenntsein erschaffen.

Derzeit seid Ihr am Punkt der größten Trennungsäußerung angelangt, die Eure Spezies je im Verlauf Eurer Geschichte geäußert hat. Ihr habt Vorgänge und Technologien entwickelt, um Euch eine größere Verbindung als je zuvor in Eurer Geschichte zu ermöglichen, und Ihr habt sie benutzt, um noch mehr Getrenntsein als je zuvor in der Geschichte Eurer Spezies zu erschaffen.

Das ist auch zweckmäßig, denn wie Ihr so sagt, ereignet sich die Geburt nicht ohne Geburtswehen, und Veränderung wird von Euch en masse nicht leicht geäußert. Deshalb schwingt Ihr im Allgemeinen das Pendel so weit wie möglich zur einen Seiten, was einen solchen Konflikt erschafft, dass dieser unerträglich wird, und dann ändert Ihr das. Und das ist es, was Ihr am Tun seid, jedoch nicht ohne Konflikt oder Trauma.

Mit den Konstrukten ist es ähnlich wie mit Assoziationen, und es ist wichtig, dass Ihr die Assoziationen erkennt, um deren Einflüsse zu verstehen. Ja, bei vielen Assoziationen mögt Ihr viele Einflüsse bereitwillig wählen, damit übereinstimmt und viele Einflüsse von Assoziationen äußern wollen, aber es gibt einen Unterschied zwischen der objektiven Wahl der Einflüsse und automatischem Reagieren und automatischem Äußern der Einflüsse, wobei Ihr nicht erkennt, was Ihr tut.

Dem ähnlich erschaffen jene die Glaubenssätze umgebende Konstrukte – und wie gesagt zentrieren sich die meisten Konstrukte um religiöse Glaubenssätze – automatische Einflüsse, die Ihr äußert, ohne sie zu erkennen, was unnötige Konflikte generieren kann. Und diese Konstrukte sind nicht unbedingt „wahr“. Ähnlich wie beim Glaubenssatz des Austauschs habt Ihr hier das Konstrukt entwickelt, dass ein Individuum dem anderen Individuum Vorschriften machen kann, dass ein Land dem anderen Vorschriften machen kann, und dass einer sich diesem Diktat fügen muss, was nicht korrekt ist. Das sind Konstrukte.

Seit Beginn dieses Forums sage ich Euch, dass Eure Glaubenssätze nicht Euer Feind sind. Ihr habt sie als Richtlinien aufgestellt, um Euch bei physischen Manifestationen zu helfen. Die die Glaubenssätze umgebenden Konstrukte können Konflikte und Schwierigkeiten generieren.

Sogar Liebe in der Kapazität, wie die meisten von Euch sie wahrnehmen und äußern, ist ein weiterer religiöser Glaubenssatz. Wie wird Liebe geäußert? Wie erkennt Ihr Liebe? Was ist Liebe? Was tut Ihr? Wie erkennt ihr sie als Äußerung? Sie ist kein Gefühl, aber Ihr haltet sie für eines. Was ist sie also? Sie ist eine Äußerung, die Ihr alle erheblich hoch schätzt und würdigt und wo Ihr Euch sagt, dass Ihr sie generieren „solltet“. Was ist nun die Äußerung, die Ihr genieren solltet? Wie definiert Ihr sie? Was ist der Vorgang der Liebe? Wie zeigt sie sich?

DANIIL: Du hast sie als Wissen und Wertschätzung definiert, nicht wahr?

ELIAS: Richtig, und was ist das?

DANIIL: Bevor man wertschätzt, muss man wissen/kennen/verstehen. Nicht unbedingt verstehen, aber wissen. Wenn ich meinen Partner/in immer mehr kenne, wenn ich immer mehr bemerke und verstehe, empfinde ich Wertschätzung, und das ist das Äußern von Liebe.

ELIAS: Ich stimme damit überein. Aber wie äußern die meisten von Euch – nicht in meinen Worten – was Liebe ist?

DANIIL: Ich habe noch keine bessere Definition gefunden …

ELIAS: Abgesehen von “meiner” Definition äußern die meisten von Euch sofort, dass Liebe ein Gefühl ist, dass sie Liebe für eine bestimmte Manifestation fühlen - für ein anderes Individuum oder ein anderes Wesen - dass Ihr Liebe für diese fühlt, und Ihr sagt, dass das Gefühl sehr umfassend, groß und unwiderstehlich ist, was noch nicht einmal eine klare Erklärung des Gefühls, ganz abgesehen von der Äußerung selbst ist.

Mache werden sagen, dass Liebe ein Vorgang/Handlung ist, bei dem sie das andere Individuum über sich selbst stellen oder etwas für das andere Individuum tun, oder dass das andere Individuum der wichtigste Faktor in ihre Welt wäre. Ihr mögt den Kopf schütteln, denn Ihr hört mir seit Jahren zu, aber es gibt in Eurer Welt Milliarden, die Liebe auf diese Weise beschreiben werden. Ob Ihr nun damit einverstanden seid oder nicht, so definieren sie Liebe, und sie verstehen also noch nicht einmal selbst, was Liebe ist. Sie definieren Liebe lediglich als Gefühl, obwohl sie das nicht ist, aber so definieren die meisten Liebe.

Zu den Konstrukten um Glaubenssätze herum, wie dem über das zum Ausdruck-Bringen von Liebe – nicht was Liebe tatsächlich ist, aber den Glaubenssatz über das zum Ausdruck-Bringen von Liebe – gehört auch die Liebe zu Gott, was ein erhebliches Generieren des zum Ausdruck-Bringens von Liebe ist. Milliarden in Eurer Welt verschreiben sich der Liebe zu Gott und dem, was dieses zum Ausdruck-Bringen ist und was es bedeutet und wie Ihr ihm durch Eure Handlungen und Arbeit nacheifert, und wieder ist das Konstrukt mehr als das, was der Glaubenssatz tatsächlich ist.

Der “Glaubenssatz der Liebe“ ist das Gefühl. Das ihn umgebende Konstrukt sind alle diese Bedingungen, die Arbeit, die Erwartungen, die Hingabe, das Geben ohne je zu Empfangen.

LYNDA: Gott behüte!

ELIAS: Genau, Gott behüte, nur selbstlos zu geben. Damit werdet Ihr ganz klein und gebt dem anderen Individuum den Vorrang, und damit wächst und wächst das Konstrukt immer mehr an, immer mehr Bedingungen, mehr Richtlinien, noch mehr zum Ausdruck-Bringen von dem, was akzeptabel und was nicht akzeptabel ist. Und was tut das? Es geht Hand in Hand mit der Duplizität, kehrt zurück zu diesem richtig und falsch. Was ist richtig, und was ist falsch? Und alle Meinungen sind involviert.

Jede von einem jeden von Euch gehegte Meinung hat einen Aspekt von richtig und einen von falsch. Eine Meinung ist richtig, und eine ist falsch, und natürlich hat jeder von Euch immer Recht, und jedes andere Individuum, das anderer Meinung ist, hat immer Unrecht.

ANN: Ich bin sehr froh, dass Du das klargestellt hast. Und was willst Du damit sagen?

ELIAS: Das fördert das Annehmen auch nicht sehr gut. (Gelächter)

(Ausschnitt)

DANIIL: Im Verlauf der Jahre haste Du in unseren Gesprächen verschiedene Begriffe bezüglich von Glaubenssätzen verwendet: Einflüsse, Anhängsel, Assoziationen und nun Konstrukte. Würdest Du bitte alle diese Begriffe definieren?

ELIAS:

• Assoziationen sind keine Glaubenssätze. Wie schon gesagt, sind sie Eure Einschätzung, die Ihr bezüglich jedes von Euch genierten Erlebnisses produziert, und Ihr fügt ihr ein Werturteil von entweder gut oder schlecht bei, dass es ein gutes oder ein schlechtes Erlebnis ist. Ihr evaluiert also unterschiedlich, und das ist die dem Erlebnis angeheftete Assoziation.

• Anhängsel sind Glaubenssätze, die Ihr als Richtlinien gebraucht. Sie sind sozusagen Verschönerungen oder auch eine Betonung eines Glaubenssatzes, welche Ihr als Richtlinie bezüglich des Verhaltens und der Entscheidungen gebraucht.

• Konstrukte sind keine Glaubenssätze. Sie sind Bedingungen, die um Glaubenssätze herum oder über diesen aufgebaut wurden.

• Glaubenssätze selbst sind Äußerungen, die Euch Erklärungen für die physische Realität geben.

DANIIL: Kannst Du bitte Beispiele für dies alles durchgehen?

ELIAS: Wähle eines.

DANIIL: Nehmen wir an “Sinn/Bedeutung des Lebens.”

ELIAS: Okay, “Sinn des Lebens.” Der Glaubenssatz lautet, dass das Leben einen Sinn hat, also Eure Erklärung für eine Facette der physischen Realität, des Lebens, und dass es Bedeutung hat. Die Glaubenssätze selbst sind generell eine einfache Aussage.

Nun ein Konstrukt zum Sinn des Lebens: Dass das Leben wertvoll ist, wenn es auf bestimmte Weise geäußert wird, dass es als heilig angesehen und nicht vergeudet werden sollt, dass es so geäußert werden sollte, dass Ihr einen Beitrag zu Eurer Realität leistet und dass sein Wert am Vermächtnis gemessen wird. Dies alles wären Konstrukte um den Glaubenssatz herum, dass das Leben Bedeutung/Sinn hat.

Ein Anhängsel wäre, dass das Leben wertvoll ist, weshalb es wichtig ist, verantwortlich damit umzugehen, dass die Bedeutung des Lebens das ist, wozu Ihr es macht, weshalb es wichtig ist, Euer Leben so zu gestalten, dass es etwas bedeutet, oder dass es wichtig ist, bestimmte Handlungen in bestimmten Phasen Eures Lebens zu generieren, um Bedeutung zu erschaffen.

DANIIL: Und wo ist der Unterschied? Als Du über Konstrukte sprachst, sagtest Du, dass das Leben heilig ist, also vergeudete es nicht, und jetzt sprichst Du von Anhängseln und sagtest gerade ….

ELIAS: Aber das ist eine Sache des Erschaffens der Bedeutung. Das Anhängsel wäre: Was ist die Bedeutung? Die Bedeutung zu definieren, wie Karriere oder Familie, in diesen Kapazitäten. Was ist Deine Bedeutung für den Wert? Ihr generiert deshalb Anhängsel, die bestimmte Vorgänge sind. Erinnere Dich daran, Anhängsel sind Richtlinien, mit denen Ihr im Allgemeinen übereinstimmt. Anhängsel sind jene Richtlinien, die Euch sozusagen in gewissem Maße helfen, Euch zu äußern, wie beispielsweise die Bedeutung zu äußern durch das Generieren von was? Wenn das Konstrukt den Beitrag oder die Hinterlassenschaft involviert, wie äußert Ihr diese Bedeutung der Erbschaft oder des Beitrags? Sie spielen zusammen.

(But this is a matter of creating the meaning. The attachment would be, what is the meaning? - defining the meaning, such as career or family in those capacities. What is your meaning of the value? Therefore, in that you generate attachments that there are certain actions. Remember, attachments are guidelines, and generally you agree with them. Therefore, in that, the attachments are those guidelines that - in a manner speaking, to an extent- help you to express, such as expressing the meaning by generating what? If the construct is involving contribution or legacy, how do you express that meaning of legacy or contribution? They interplay with each other.)

DANIIL: Es ist also ein anderes Konstrukt.

ELIAS: Ja.

DANIIL: Und was ist mit den Einflüssen. Als Du von diesen sprachst … …

ELIAS:

• Einflüsse sind die abstrakte Art und Weise, wie Ihr einen Glaubenssatz äußern könnt, dass er buchstäblich auf vielfältige abstrakte Weisen geäußert werden kann. Einflüsse sind also das, wie Ihr wählt, den Glaubenssatz zu äußern, nicht die Idee sondern der Vorgang.

DANIIL: Ich erinnere mich an eine Sitzung, in der Du sagtest, dass Rauchen ein Glaubenssatz ist, und das Rauchen nicht schlecht ist. Ich denke, dass Du sagtest, dass es ein Einfluss ist.

ELIAS: Stimmt. Ich sprach mit Zacharei, der sich mit dieser Assoziation befasste. Es war also seine individuelle Äußerung hinsichtlich seiner Assoziation bezüglich dieses Glaubenssatzes. Verstehst Du?

DANIIL: Hm, etwas. Können wir weiter über das Rauchen sprechen? Was ist das Anhängsel und was ist das Konstrukt?

ELIAS: Okay. Erinnere Dich daran, dass Anhängsel Richtlinien sind. Ein Anhängsel ist gesellschaftlich (social), ein gesellschaftlicher Vorgang, weshalb es attraktiv ist. Erinnere Dich daran, Anhängsel sind Richtlinien, und sie sind nicht unbedingt schlecht. Ihr habt sie, weil Ihr sie als gut oder als positiv erachtet. Das Anhängsel wäre also, dass es Euch auf irgendeine Weise nutzt. Im Allgemeinen wird das Anhängsel dahingehend geäußert werden, wie es Euch nutzt.

FRAU: Oder schadet.

ELIAS: Das Anhängsel wird generell als Nutzen gesehen, und das ist der Grund, warum Ihr an ihm festhaltet. Und Ihr seid Euch der Anhängsel generell mehr gewahr, weil Ihr sie seht. Ihr seht den Nutzen dessen, was das Anhängsel äußert, und das ist eine Richtlinie für ein Verhalten hinsichtlich eines Glaubenssatzes.

ANN: Können wir das auch mit dem Getrenntsein tun?

ELIAS: Getrenntsein in welcher Beziehung …

ANN: Die Konstrukte, die Anhängsel, weißt Du, das Ganze …

ELIAS: Okay. Einzigartigkeit und Unterschiedlichkeit/Differenz sind Anhängsel des Getrenntseins. Unabhängig davon, dass Ihr Unterschiedlichkeit bisweilen als schlecht oder als unerwünscht anseht, seht Ihr sie auch als gut an. Individualität wäre ein Anhängsel. Autonomie wäre ein Anhängsel. Das Konstrukt beim Getrenntsein wäre, dass Ihr abgeklemmt und nicht fähig seid, zu etwas vollständig hindurch zu dringen, weil Ihr Euch nicht vollständig verbinden könnt, weil Ihr getrennt seid und dass Ihr alleine seid.

ANN: Anscheinend werden die Anhängsel positiver gesehen und die Konstrukte negativer? (Elias nickt)

DANIIL: Und was wäre der Einfluss beim Getrenntsein?

ELIAS: Die Einflüsse des Getrenntseins sind zahllos: dass Ihr Euch unabhängig von einander bewegt, wie Ihr interagiert, wie Ihr alles in Eurer Welt seht, dass Ihr Eure Welt als abweichend oder von Euch selbst getrennt seht, dass Ihr solche Schwierigkeiten habt, Euch selbst als Essenz anzunehmen. Ihr erschafft Getrenntsein zwischen Euch selbst und der schlüpfrigen Entität, die Ihr als Eure Essenz anseht, die doch keine andere Entität ist. Getrenntsein beeinflusste Euch, unabhängig zu forschen. Es motiviert Euch zum Entdecken und erschafft einen Wettbewerb, der konstruktiv sein kann, und es motiviert Euch, etwas zu erreichen (to achieve). Es kann deshalb das generieren, was Ihr als sehr positive Äußerungen oder Einflüsse anseht.

DANIIL: Und würde dann zu einem Anhängsel. Wenn wir Einflüsse wählen (unhörbar) …

ELIAS: Ja, in manchen Eigenschaften, wenn sie verallgemeinert werden, wie Unabhängigkeit, und dann können sie en masse und nicht nur individuell miteinbezogen werden. Es gibt viele verschiedene Einflüsse, die etwas weniger offensichtlich sind, wie Euch automatisch als winzig zu sehen.

Getrenntsein erschafft den Einfluss bezüglich individueller Entitäten, weshalb Ihr Euch als individuelle Entitäten seht, und hinsichtlich Eurer Welt oder Eures Universum nehmt Ihr Euch als winzig wahr. Ihr seid nicht so groß wie Eure Welt, noch nicht einmal wie ein Teil davon, wie ein Berg oder ein Meer. Deshalb wirkt es sich auf das aus, wie Ihr Euch selbst wahrnehmt und auch darauf, wie Ihr Eure Identität wahrnehmt.

Wie ich schon früher bis hin zu unseren heutigen Interaktionen sagte, fahren wir bei allen unseren Interaktionen damit fort, zwischen einer beobachtenden und einer dirigierenden Essenz zu unterscheiden, denn ohne diese Unterscheidung fühlt Ihr Euch in Eurer Identität bedroht. Es gibt keine Unterscheidung, aber Ihr fühlt Euch sicherer, wenn diese Abgrenzung generiert wird, denn die Vorstellung, dass Ihr als ein Individuum – Ihr separat als ein Individuum - Teil von noch mehr als einer Essenz sein könntet, bedroht Eure Identität. Ihr nehmt es so wahr, als ob das Eure Individualität und Einzigartigkeit wegnehmen würde. Das tut es nicht, Ihr seid einzigartig und individuell, aber Ihr seid auch vernetzt und nicht separat. Es gibt einen Unterschied zwischen separat und individuell. Sie sind nicht identisch.

Session #3226
Saturday, May 17, 2014 (Group/Brattleboro, Vermont)

Antworten