Ein Plausch mit Seth

Plausch

Ein Plausch mit Seth

„A Chat with Seth“

Seth ASW Kurs, 2. Februar, 1971
Copyright, 1993, Robert F. Butts
Copyright, 1995, Seth Network International, All Rights reserved

(übersetzt ins Deutsche von Jonathan Dilas, 2006)


Seth:

„Bevor ihr euch nicht mit euren eigenen Zweifeln beschäftigt, werdet ihr nie wissen, was Glauben wirklich ist, und wenn ich das Wort „Glauben“ benutze, spreche ich nicht im klassischen religiösen Zusammenhang. Wenn ihr euch eure physische Realität anschaut und seht, was sie wirklich ist, braucht ihr dafür keinen Glauben; die Welt ist eine Sache eurer physischen Wahrnehmung. Wenn ihr, wie auch immer, beginnt flüchtige Einblicke in die wahre Natur der Realität zu erhaschen, und erkennt, dass ihr mehr seid als ihr glaubt zu sein, dann braucht ihr den Glauben, um das innere Bild irgendwie auf den entsprechenden neuesten Stand zu bringen. Dabei stehen euch oft eure Zweifel im Weg.

Nun, nehmt ihr eure rein physische Wahrnehmung für voll, ist sie so oft für diese Zweifel verantwortlich, weil ihr dann denkt, euer Leben ist alles, was ihr gegenwärtig von ihm wahrnehmen könnt, und nicht mehr. Und wenn ihr so allein euren physischen Sinnen vertraut, müsst ihr auch tatsächlich voller Zweifel sein, weil ihr alle instinktiv wisst, dass ihr eigentlich mehr seid, als nur das, was euch gegenwärtig möglich ist zu materialisieren und auszudrücken. Wenn ihr euch nur mehr eurem physischen Selbst zugehörig fühlt und euch ausschließlich mit dem identifiziert, was ihr wisst, dann seid ihr ebenfalls voll der Zweifel, weil ihr wiederum instinktiv wisst, dass ihr eigentlich mehr seid.

Nun, wenn ihr anfangt euer inneres unsichtbares Selbst erstmals zu spüren, dann beginnt ihr dementsprechend zu handeln, was ihr dann „Glauben“ nennt; „Glauben“ an das, was an diesem Punkt physisch noch nicht sichtbar ist.

Glaube, wie auch immer, heißt nicht, an etwas Nichtvorhandenes zu glauben, sondern an etwas, was ihr momentan mit euren physischen Sinnen einfach nicht wahrnehmen und empfangen könnt. Das heißt, sich auf die Teile der eigenen Realität zu verlassen, die ihr fühlen könnt, aber in einem einfachen Spiegel nicht sehen könntet. Das heißt, eurem unsichtbaren Selbst zu vertrauen, das ihr in eurer physischen Realität nie vollständig erkennen könnt. Nun ist jeder von euch, speziell im Traumzustand, auf tiefster Ebene vertraut mit diesem Teil von euch. Nun, in den Begriffen eurer Welt, könnt ihr die Rolle eines Realisten einnehmen und sagen:

„Ich bin das Selbst, das ich sehen und riechen und berühren kann. Ich bin das Selbst, das ich in einem einfachen Spiegel sehen kann, und das ist alles, was ist.“

Oder ihr erkennt, dass der Spiegel euch nur einen kleinen Teil von eurem ganzen Selbst wiedergibt. Das da viel mehr ist, was kein Spiegel auffangen kann, und das auch von anderen Augen nicht gesehen werden kann, und es ist eure Wahl diesem inneren größeren Selbst, von dem ihr wisst, es gehört euch, zu vertrauen oder nicht.

Nun dies ist eure Wahlfreiheit, die euch als Mitglied der menschlichen Rasse mit in die Wiege gelegt wurde. Und innere Fähigkeiten gehören zum Bewusstsein, ganz egal welche Form es annimmt. Ihr könnt in den Spiegel schauen und das Bild für die ganze Wirklichkeit halten und euch eure Zähne putzen und denken: „Was für einen traurigen Anblick ich da abgebe“; oder, „Ich finde mich ziemlich schön“, und euch dabei anlächeln, aber in beiden Fällen seid ihr euch sicher, dass nur den physischen Daten und ihrer Wiedergabe die volle Realität zukommt.

Euer Kriterium für diese eure physische Realität ist physische Materialisation und die Materie. Ihr wurdet alle dazu erzogen dies als einziges Kriterium eurer Existenz gelten zu lassen, obwohl ihr instinktiv wisst, dass ihr noch weitaus mehr seid, und die, welche dies gerade lesen, erkennen dies schon ziemlich gut, und so treibt ihr euch dahin, die rein physische Interpretation eurer Wirklichkeit hinter euch zu lassen. Ihr versucht eure wahre, größere Realität zu finden, die jenseits der Realität liegt, wie ihr sie kennt, und um das zu erreichen, müsst ihr euch durch die Realität, wie ihr sie kennt, und durch das Selbst, wie ihr es seht, durcharbeiten. „Glaube“ ist zu glauben, dass da noch mehr ist, was ihr auch seid.

Ihr erkennt, dass ihr mehr seid, als das, was ihr physisch von euch wahrnehmt und das erlaubt euch euer „Glaube“. Ich sage euch hiermit nicht, dass ihr euren Körper ignorieren sollt. Ich sage euch nicht, dass ihr eure Gefühle unterdrücken sollt.

Euer Körper ist die von euch gewählte Methode momentan die Wirklichkeit wahrzunehmen. Aber ich sage euch, wenn ihr eure ganze Realität nur noch mit eurem Körper gleichsetzt, erschafft ihr euch unter Umständen heftige Gefühle der Verlassenheit, Depression und des Abgetrenntseins und außerdem wird die Zukunft euch so einige Überraschungen abverlangen.

Wie ihr wisst, seid ihr keine Gefangenen des Körpers, den ihr momentan besitzt. Nun gibt es auch keinen Grund, warum ihr in ihm gefangen sein solltet, wenn ihr ihn schließlich ablegt. Jeder von euch kann jetzt sein eigenes Bewusstsein und seine Vorstellung von Identität erweitern, und jeder geht seinen eigenen Weg damit anzufangen.

Nun in einigen eurer stillen Momente, identifiziert ihr euch nach wie vor mit dem Körper und sagt dann: „Ich bin nur dieses Fleisch und in dieses Gehirn eingesperrt, und wenn ich mal sterbe ist endgültig Schluss“, so verbietet ihr euch die Freiheit der Seele. Solch ein Denken erschwert euch auch den Übergang auf die andere Seite, weil eure Gefühle nach wie vor am Körper hängen, anstatt nun frei von ihm zu sein.

Nun ist nichts von alldem euch wirklich neu, aber es kann nicht oft genug gesagt werden. Es gibt eine Freiheit, die damit zu tun hat euch selbst zu kennen, wie ihr seid und wie ihr wart, wie ihr eure Vergangenheit wahrnehmt. Heute reagiert ihr allerdings genauso auch auf die Zukunft. Ihr macht euch dies einfach nicht klar, und verbindet eure Handlungen im Heute einfach nicht mit den Informationen, die ihr morgen besitzen werdet; so beschneidet ihr euch selbst und seid nicht offen, und so meiden euch eure eigenen Reaktionen anstatt dass ihr mit und von ihnen lernt.

Nun habt ihr euch teilweise angewöhnt, eure Träume zu studieren und in ihnen nach präkognitiven Informationen zu suchen, und ihr vergleicht das Traumgeschehen oft mit den Ereignissen der nächsten Tage, aber nur selten vergleicht ihr die Informationen im jetzigen Wachzustand mit den Informationen, die euch in der Zukunft zur Verfügung stehen. Ihr müsst euch erinnern, dass es keine eigentliche Trennung zwischen der Vergangenheit, der Zukunft und der Gegenwart gibt, und dass ihr nie einfach nur auf die Gegenwart reagiert. Eure Reaktionen ereignen sich grundsätzlich immer in einem multidimensionalen Kontext, ob euch dass jetzt bewusst ist oder nicht.“


Siehe auch:
Seth Sitzung 604

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